Buchpräsentation mit den Herausgebern, anschließend Diskussion Montag 9. Februar 2026, 18:30, Werner Anzenberger, Heimo Halbrainer, Hans-Peter Weingand (Hg.) Über 90 Jahre ist es her, dass die autoritäre Revolution – die systematische Aushöhlung von Demokratie und Rechtsstaat durch rechtsextreme politische Kräfte – in der Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 1933/34 einen ersten Höhepunkt fand. Der Aufstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen diesen Putsch auf Raten im Februar 1934 scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Im Februar 2024 fand dazu in Graz ein wissenschaftliches Symposium statt, bei dem neue Perspektiven auf diese, kontrovers diskutierten Entwicklungen und Ereignisse von Werner Anzenberger, Dieter A. Binder, Heimo Halbrainer, Carlo Moos, Ilse Reiter-Zatloukal, Karin M. Schmidlechner, Ute Sonnleitner, Hans-Peter Weingand und Florian Wenninger präsentiert wurden. DER TERMIN FÄLLT MIT UNSEREM MONATLICHEN ROTEN TISCH ZUSAMMEN. WIR RUFEN ALLE INTERESSIERTEN AM ROTEN TISCH AUF, ZUR VERANSTALTUNG IN DIE FAKTORY ZU KOMMEN! Am 12. Februar 1934 schritten die konsequenten Teile der Arbeiter*innenklasse zum bewaffneten Kampf gegen den Dollfuß-Faschismus. In fast ganz Österreich stellten sich Arbeiter*innen mit der Waffe in der Hand der Errichtung der faschistischen Diktatur entgegen. Dieses bedeutende Kapitel der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung ist nach wie vor ein Tabuthema. Tatsächlich ist dieser Kampf ein Grund stolz zu sein auf jene, die versucht haben die faschistische Welle über Europa zu brechen. Zum ersten Mal seit der Machtübernahme der Faschist*innen in Italien, Deutschland und Österreich erhoben sich Arbeiter*innen von 12.–16. Februar 1934 bewaffnet gegen den Faschismus. Sie beschlossen, sich gegen die Angriffe auf ihre Rechte und Strukturen zu wehren und einen Aufstand gegen die Bedrohung durch die faschistische Diktatur zu wagen. Damit war dieser Widerstandskampf ein wichtiges Ereignis, nicht nur für Österreich, sondern für ganz Europa. Der Aufstand, welcher entgegen den abwiegelnden Vorgaben der SP-Führung stattfand, blieb isoliert und chancenlos. Ohne Unterstützung durch einen Generalstreik und ohne Massenaktivitäten unterlagen die Februarkämpfer*innen der austrofaschistischen Front aus Polizei, Bundesheer und Heimwehren. Hunderte starben in den Kämpfen, weitere wurden nach einer standrechtlichen Verurteilung durch die austrofaschistische Justiz ermordet. Der Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus ist Gelegenheit zur Aufarbeitung der antisemitischen und faschistischen Wurzeln der ÖVP, sowie der Auswirkungen des Austrofaschismus auf die heutige politische Landschaft. Dieser Feiertag soll zu einer Erinnerungskultur beitragen, die auf den österreichischen Faschismus und seine Verbrechen verweist und das antifaschistische Bewusstsein in der Gesellschaft stärkt. Es braucht eine breite gesellschaftliche Verankerung des positiven Bezugs zu diesem antifaschistischen Kampf! Es ist hoch an der Zeit, ein klares Bekenntnis zum Aufstand der entschlossensten Teile der Arbeiter*innenklasse in Österreich abzulegen. Deswegen sagen wir: Der 12. Februar muss als „Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus“ ein gesetzlicher Feiertag werden! Deswegen gehen wir am 12. Februar auf die Straße. Für uns heißt gedenken kämpfen: Heute wie damals: Dem Faschismus entgegentreten! Donnerstag, 12. Februar 2026 18 Uhr, Kardinal-Nagl-Platz (U3) Wir rufen alle dazu auf, am 12. Februar rote Fahnen/Tücher des Widerstands aus den Fenstern zu hängen. Ein literarisches Gedenken an den Arbeiter*innenaufstand vom 12. Februar 1934. Der Schriftsteller Paul Ferstl liest Auszüge aus seinem demnächst erscheinenden Roman "Rostrot", der unter anderem den Februar 1934 in der Steiermark behandelt; die Schauspielerin Doris Dornetshuber liest Auszüge aus Anna Seghers 1935 erschienenem Roman "Der Weg durch den Februar". In Form einer Audioeinspielung präsentieren wir zwei Gedichte von Eich Weinert, gesprochen vom vor kurzen verstorbenen Burgschauspieler Robert Reinagl, der für uns diese Rezotation aufgezeichnet hat. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen!

Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext
Moderation: Bündnis 12. Februar
FAKTory, Universitätsstraße 9, 1010
Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext
Geb. 164 Seiten (ISBN Nr. 978-3-903425-34-7) CLIO Verlag, Graz 2025Antifaschistische Demonstration:


Termine und Veranstaltungen
Mo.
09
Feb.
2026
18:30FAKTOry, Universitätsstraße 9, 1010 Wien
Do.
12
Feb.
2026
18:00 UhrKardinal-Nagl-Platz, 1030 Wien
Sa.
14
Feb.
2026
18:00 UhrPankahyttn, Johnstraße 45, 1150 Wien



