In Kronstorf in Oberösterreich soll ein gigantisches Rechenzentrum von Google entstehen. Das Projekt steht beispielhaft für die rasante Ausbreitung sogenannter Hyperscaler: internationale Digitalkonzerne, die immer größere Mengen an Rechenleistung, Strom, Wasser und Boden für ihre Geschäfte benötigen.
Wir meinen: Das geht uns alle an.
Ökologisch stellt sich die Frage, ob wertvolle Ressourcen wie Wasser und Boden für die Expansion privater Rechenzentren eingesetzt werden sollen. Großflächige Versiegelung, steigender Energie- und Wasserverbrauch und die zusätzlichen Belastungen für die Infrastruktur sind keine bloß lokalen Probleme.
Ökonomisch geht es um die Frage, wer die Kosten dieser Entwicklung trägt und wer von ihr profitiert. Die digitale Infrastruktur wird mit gesellschaftlichen Ressourcen ermöglicht, während die Kontrolle über die Rechenzentren und die daraus entstehenden Gewinne bei internationalen Konzernen liegt. Öffentliche Mittel und Infrastruktur dürfen nicht dazu dienen, private Profitinteressen abzusichern.
Sozialpolitisch betrifft die Entwicklung unmittelbar die Zukunft der Arbeit. KI und Automatisierung können die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit drastisch reduzieren. Unter den gegenwärtigen Eigentumsverhältnissen drohen jedoch vor allem Arbeitsplatzabbau, Arbeitsverdichtung und verstärkte Kontrolle der Beschäftigten. Technischer Fortschritt darf nicht auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung gehen.
Wir schlagen deshalb eine gemeinsame Minimalplattform für eine Protestkundgebung vor:
- Keine öffentlichen Subventionen für Hyperscaler und Rechenzentren, die privaten Profitinteressen dienen.
- Schutz von Wasser, Boden und Energieversorgung vor der ungehemmten Expansion der Rechenzentren.
- Erhalt der Arbeitsplätze und Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich angesichts von Automatisierung und KI.
- Gesellschaftliche Kontrolle über die digitale Infrastruktur und ihre demokratische Planung nach sozialen und ökologischen Bedürfnissen. Die Nutzung digitaler Infrastruktur für militärische und geheimdienstliche Zwecke und zur Bespitzelung der Bevölkerung bekämpfen.
Wir wenden uns an alle Organisationen der Arbeiter*innenbewegung, Umweltorganisationen, Gewerkschaftsfraktionen und alle Initiativen, die diese Fragen nicht getrennt voneinander betrachten wollen.
Jede beteiligte Organisation soll selbstverständlich ihre eigenen Forderungen, politischen Einschätzungen und Formen der Propaganda einbringen können. Eigene Fahnen, Transparente, Flugblätter und andere Materialien sind ausdrücklich willkommen. Die gemeinsame Aktion soll gerade die Möglichkeit bieten, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und dennoch gemeinsam aufzutreten.
Wir schlagen vor, gemeinsam eine Protestkundgebung vor der Wiener Google-Zentrale vorzubereiten und dabei die unterschiedlichen Perspektiven zu einer gemeinsamen Aktion zu verbinden.
Vernetzungstreffen
Wir laden daher alle interessierten Organisationen und Aktivist*innen zu einem ersten Aktionseinheitstreffen gegen die Expansion der Hyperscaler, das Rechenzentrum in Kronstorf und eine Kundgebung vor einem Google-Standort in Wien ein.
Termin und Ort geben wir gerne auf Anfrage bekannt – schickt ein Mail an gkk@tuta.com
Lasst uns darüber sprechen, wie wir aus unterschiedlichen Kämpfen eine gemeinsame Antwort entwickeln können:
Die digitalen Festungen des Kapitals stehen nicht außerhalb unserer Gesellschaft. Wir können und müssen darüber entscheiden, wofür digitale Technologien eingesetzt werden – und wer über sie verfügt.
Gruppe KLASSENKAMPF (öst. Sektion des CoReP)



