Offener Brief an die Organisationen, die 2014 dem Aktionsbündnis Nein zum 12-Stunden-Tag angehört haben

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Am 4. Juni 2018 haben wir folgenden Brief an alle Organisationen geschickt, die 2014 dem „Aktionsbündnis Nein zum 12-Stunden-Tag“ angehört haben:

Werte Genossinnen und Genossen,

2014 haben unsere Organisationen dem “Aktionsbündnis Nein zum 12-Stunde-Tag” angehört.

Heute ist das Thema brennender als zuvor. Die schwarz-blaue Regierung will mit ihrem Vorstoß für den 12 Stunden-Tag und die 60 Stunden-Woche nicht nur unsere Arbeitsbedingungen, unsere Freizeit, unsere Gesundheit … angreifen.

Der mittels Initiativantrag eingebrachte Entwurf der bürgerlichen Koalitionsparteien zielt darauf ab, die Interessensvertretungen der Lohnabhängigen – Betriebsräte und Gewerkschaften  – in einer entscheidenden Frage anzugreifen und zu schlagen. Geht dieser Plan auf, hätte das auf Jahre hinaus verheerende Folgen für die arbeitende und arbeitslose Bevölkerung in diesem Land. ÖVP und FPÖ sind auf einem offenen Konfrontationskurs. Die einzige Antwort darauf können nur möglichst massive einheitliche Kampfmaßnahmen in Betrieben, Schulen, Universitäten, Stadtteilen und Dörfern sein.

In der Petition an den ÖGB, die nach der Gründung des Aktionsbündnisses beschlossen wurde, hieß es:

“Die Regierung plant die Anhebung der täglichen Maximalarbeitszeit auf 12-Stunden. Wenn sie sich durchsetzt, dann sind die 12-Stunden bald für alle normal. Denn wir wissen aus der Vergangenheit: Was als Ausnahme beginnt, wird rasch zur Regel für alle Beschäftigten. Bei der höchsten Arbeitslosigkeit seit 1945 brauchen wir keine Verlängerung, sondern eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohn und Personalausgleich! Wir dürfen nicht mehr länger die Erpressungen der Wirtschaft akzeptieren, die uns die Kosten für eine Krise aufbürden wollen, die wir nicht verursacht haben”.

Alles, was wir damals gesagt haben, gilt auch heute noch.

Wir schlagen daher vor, dass wir das “Aktionsbündnis” wieder aktivieren (und im Idealfall verbreitern), um gemeinsam in die aktuellen Auseinandersetzungen einzugreifen.

Sofern diese Idee auf Resonanz stößt, würden wir ein baldiges Vorgespräch der interessierten Organisationen vorschlagen.

Gruppe Klassenkampf