Her mit den Millionen, her mit dem Zaster, her mit der Marie!

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Wir revolutionären Marxist_innen zerbrechen uns ja bekanntlich – speziell in Vorwahlzeiten – weder den Kopf der SP-Parteiführer und schon gar nicht den der bürgerlichen Politiker“elite“.

Gelegentlich allerdings kann man bei einem Blick in die Archive ein Schmunzeln nicht unterdrücken.

Unternehmer! Mikl-Leitner will euch den Zaster wegnehmen!

Es war am 26. November 2011, da trat die jetzige ÖVP-Landeshauptfrau von Niederösterreich, die sympathische Johanna Mikl-Leitner, vor den ÖAAB-Bundestag und sagte: „Und wenn die Abzocker oder die Börsenspekulanten unter den Spitzenverdienern zur Kasse gebeten werden und sie das Gefühl haben, wir zocken sie ab, dann sag ich euch nur: Die haben sowieso keinen Sinn für das Gemeinsame, für die Gemeinschaft. Dann sage ich bei denen nur: Her mit den Millionen, her mit dem Zaster, her mit der Marie!“

Auch wenn die Heilige Johanna das Ganze zwar nicht so gemeint haben mag, wie es da aus ihrem schmallippigen Mund floß – herzerfrischend war’s trotzdem.


Am 5. August 2017 schrieb die „Presse“ in einem Leitartikel zur neuen Plakatserie der SPÖ „Holt euch, was euch zusteht“: „Inhaltlich hat sich der einstige CEO Christian Kern klassenkämpferisch festgelegt: Der von den Jungsozialisten erfundene Spruch ‚Holt euch, was euch zusteht!‘ darf als Drohung verstanden werden. Er ist eine offene Einladung zur Neiddebatte und bewirkt exakt das Gegenteil eines bisher wichtigen SPÖ-Mantras: des sozialen Friedens.“

Also, ehrlich gesagt: Gegen Mikl-Leitner ist Christian Kern doch eh sehr gemäßigt. Vielleicht erinnern wir doch die türkise Kurz-Partie bei ihren Wahlveranstaltungen an die schönen Worte von Frau Mikl-Leitner – das wird sicher ein Lacherfolg!

[Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag in der neuen Ausgabe unserer Zeitung KLASSENKAMPF, die am kommenden Samstag erscheint]