Erklärung der TML zu den Wahlen in Brasilien: Nicht lachen, nicht weinen, sondern verstehen und die  Selbstverteidigung organisieren

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Der faschistische Präsidentschaftskandidat hat die antidemokratische, betrügerische und gewalttätige Wahl gewonnen.

Wie uns der niederländische Philosoph Baruch Spinoza gelehrt hat, ist jetzt nicht die Zeit zu lachen oder zu weinen, sondern zu verstehen. Und wir ergänzen: um die Selbstverteidigung zu organisieren.

Die Arbeiterklasse und die unterdrückte nationale Mehrheit können jetzt noch schärfer angegriffen werden. Sie haben schon die im Arbeitsrecht verbürgten Rechte verloren, leiden unter Prekarisierung und Outsourcing,  Sklavenarbeit, der Arbeitslosigkeit von fast 30 Millionen Arbeiterinnen und Arbeitern, an Masseninhaftierungen, dem Genozid an den Armen und Schwarzen an den Rändern der Großstädte, den Morden an armen Bauern auf dem Land, der Vernichtung der indigenen Völker, den Verhaftungen von Kämpfern der Arbeiter- und Volksbewegung, usw. Auch Rentenansprüche und Ruhestandsregelungen können bald abgeschafft werden.

Die revolutionären Marxisten setzen den Kampf gegen den  Faschismus fort, weil er ein Instrument des Finanzkapitals ist (man muss nur beobachten, wie die Fortschritte des faschistischen Kandidaten die Kurse an der Börse  steigen und den Dollar fallen ließen, da der „Markt“ auf die Überausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter setzt) und warnen zugleich, dass die Faschisten normalerweise friedlich die Macht übernehmen, wie historische Beispiele zeigen. Das geschah mit Adolf Hitler in Deutschland im Jahre 1933, als er von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde und es geschah später hier in unserer Nähe, in Chile im Jahr 1973, als der faschistische General Augusto Pinochet von Präsident Salvador Allende zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt wurde. Das heißt, sie geben vor, „friedlich“ zu sein , als ob sie nichts anderes im Sinn hätten, und beginnen dann, wie die Geschichte gezeigt hat, die Barbarei zu fördern, so wie es mit Brasilien geschehen könnte.

Aber noch ist nicht alles  verloren, wie Leo Trotzki uns gelehrt hat. „Es kommt vor, und zwar nicht selten, dass einzelne Leute ihr Vermögen und sogar die sogenannte Ehre nach den konventionellen Regeln des Kartenspiels verspielen; aber die Klassen erklären sich niemals bereit, Vermögen, Macht und ‘Ehre’“ nach den konventionellen Spielregeln des ‘demokratischen‘ Parlamentarismus zu verspielen. Sie entscheiden diese Frage immer ernsthaft, d. h. in Abhängigkeit von dem wirklichen Verhältnis der materiellen Kräfte und nicht ihrer halbillusorischen Widerspiegelung. „(Leo Trotzki,“ Zwischen Imperialismus und Revolution „, 1922).

Wir müssen die Lektion lernen: Die reformistische Politik der Versöhnung und Klassenzusammenarbeit der gegenwärtigen Führungen der Arbeiter- und Volksbewegung bereitet nur den Boden für die Reaktion auf. Der Kapitalismus kann nicht reformiert werden. Die minimalen Reformen, die erreicht wurden, werden bald zurückgenommen werden. Die imperialistische Epoche ist die der Reaktion auf der ganzen Linie. Die Emanzipation der Arbeiter wird nur durch die proletarische Revolution mit der Errichtung einer Arbeiter- und Bauernregierung, die in Richtung   Sozialismus zielt, erfolgen.

Daher glauben wir marxistischen Revolutionäre, dass vor, während und nach den Wahlen sich die Massen ihrer selbst besinnen müssen, auf ihre Selbstorganisierung (Aufruf zur Schaffung und Zentralisierung von Selbstverteidigungskomitees in Fabriken, Unternehmen, Stadtteilen, Slums, auf dem Land, in Schulen, Universitäten …),  ohne aber jemals zu vergessen, dass die bestehenden Arbeiterorganisationen wie die CUT, CTB, die CSP-Conlutas und andere Gewerkschaften, die PT, PSOL, PSTU, PCdoB, PCB und PCO zur Vorbereitung diese Selbstverteidigung – in einer Klasseneinheitsfront – gezwungen werden müssen.

Tendência Marxista-Leninista, 28.10.2018, 20:50 Uhr