Ein Interview mit Leo Trotzki vom Januar 1918

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Den folgenden Text hat uns der Historikergenosse Manfred Scharinger zur Verfügung gestellt. Sein Vorwort und das Trotzki-Interview liegen als Sonderdruck der neuen Ausgabe des KLASSENKAMPF bei. Unter der Sammelbezeichnung „Aus den Archiven des Marxismus“ werden wir in Zukunft historische und theoretische Themen ausführlicher behandeln, die uns für den aktuellen politischen Kampf wichtig erscheinen.

Die Redaktion

Ein Interview mit Leo Trotzki vom Januar 1918

Vorwort

von Manfred Scharinger

Am 24. Februar 1918 erschien in der Neuen Freien Presse in Wien auf den Seiten 3 und 4 ein großes Interview mit Leo Trotzki, damals Volkskommissar für äußere Angelegenheiten. Das Interview war bereits am 25. Januar 1918 in Petrograd im Smolny-Institut aufgenommen worden, jenem ursprünglich als Kloster konzipierten Komplex, der unter dem Zarismus als Bildungsanstalt für adelige Mädchen und 1917 dem Petrograder Sowjet als Tagungsort gedient hatte. In der Folge hatte nach der Revolution der Rat der Volkskommissare, die erste Revolutionsregierung, hier ihren Sitz.

Das Interview mit Leo Trotzki fand in einer besonders kritischen Phase der Räteregierung statt: Am 19. Januar war die Konstituante aufgelöst worden (nach dem alten Kalender am 6. Januar, wir verwenden hier, wenn nicht anders angegeben, die Zählung nach dem neuen Kalender). Die noch vor der Oktoberrevolution von der provisorischen Regierung angesetzten Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung waren von der neuen Räteregierung erlaubt und am 12./25. November 1917 durchgeführt worden. Das Ergebnis war, dass die Bolschewiki etwa ein Viertel der Stimmen erhielten und dabei klare Gewinner in russischen Städten und unter den Soldaten der Westfront waren. Die Sozialrevolutionäre hatten knapp 60 Prozent erhalten und waren besonders unter der Landbevölkerung präsent. Nach einer Spaltung unterstützten die linken Sozialrevolutionäre aber nun die Bolschewiki und traten in die Räteregierung ein. So stellte sich also die Frage, ob sich im Zweifelsfall die Sowjets der Konstituante oder die Verfassunggebende Versammlung den Räten unterordnen sollten. Hätten die Bolschewiki vorbehaltlos das Wahlergebnis der Konstituante anerkannt, hätten Sozialrevolutionäre und Menschewiki die Regierung gebildet, die Revolution wäre verloren gewesen.

Am 26. Dezember hatte Lenin Thesen zur konstituierenden Versammlung publiziert, in denen er argumentierte, dass die Sowjets eine höhere Form der Demokratie seien als die gewöhnliche bürgerliche Republik mit einer Versammlung. Die Interessen der Revolution stünden höher als die formalen Rechte der Versammlung. Am 6./19. Januar war die Frage jedenfalls durch die Auflösung der Konstituante von den Bolschewiki entschieden worden.

Die entscheidende außenpolitische Frage dieser Wochen war aber natürlich die Frage der Beendigung des Krieges. Am 15. Dezember 1917 war der Waffenstillstand mit der deutschen Heeresleitung in Brest-Litowsk unterzeichnet worden, am 22. Dezember hatten die Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk begonnen. Und am 9. Januar 1918 hatte Leo Trotzki die Leitung der russischen Delegation in Brest-Litowsk übernommen. Unter den Bolschewiki standen sich mehrere Strömungen gegenüber: Lenin argumentierte, dass die einzige Möglichkeit der sofortige Abschluss eines Separatfriedens mit Deutschland sei, während Bucharin für die Fortführung eines „revolutionären Krieges“ argumentierte. Trotzkis Formel „Weder Krieg noch Frieden“ erhielt im Zentralkomitee die Mehrheit.

Ankunft der russischen Delegation zu den Verhandlungen in Brest Litowsk

Am 7. Januar 1918 hatte Trotzki Joffe als Delegationsführer in Brest-Litowsk abgelöst. Trotzkis Taktik war es, den Fortgang der Gespräche zu verlangsamen, denn er setzte seine Hoffnungen auf einen raschen Fortschritt der Revolution in Österreich-Ungarn und Deutschland – wir erinnern uns, dass es schon Anfang 1917 in Wien aufgrund der Nahrungsmittelknappheit zu Streiks gekommen war und sich im Winter 1917/18 die Lage dramatisch zugespitzt hatte. Zwischen dem 3. und 25. Jänner 1918 erfasste der Jännerstreik weite Teile der Donau-Monarchie. Über 700.000 Arbeiter traten in den Ausstand, vor allem wegen der materiell bedrängten Situation, aber auch wegen der durch die Verhandlungen mit dem revolutionären Russland genährten Friedenserwartungen. Trotzki selbst schrieb über das Vorgehen der bolschewistischen Delegation:

„In die Friedensverhandlungen traten wir mit der Hoffnung ein, die Arbeitermassen Deutschlands und Österreich-Ungarns wie auch der Ententeländer aufzurütteln. Zu diesem Zweck war es nötig, die Verhandlungen möglichst in die Länge zu ziehen, damit die europäischen Arbeiter Zeit hätten, die Tatsache der Sowjetrevolution und im Besonderen ihre Friedenspolitik gehörig zu erfassen. (…) Die Hoffnung auf eine rasche revolutionäre Entwicklung in Europa gaben wir selbstverständlich nicht auf.“

Daher wurde Trotzki nicht müde, lange Propagandareden zu halten, was die Geduld vor allem der deutschen Delegation strapazierte. General Hoffmann wies Trotzki am 18. Januar 1918 zurecht: „Die russische Delegation spricht mit uns, als ob sie siegreich in unserem Lande stünde und uns Bedingungen diktieren könnte. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Tatsachen entgegengesetzt sind.“ Nachdem Hoffmann mit Nachdruck die deutschen Forderungen für einen Friedensvertrag gestellt hatte, bat Trotzki um eine Verhandlungspause. Noch am 18. Januar 1918 kehrte er nach Petrograd zurück.

Am Tag darauf war die Konstituante aufgelöst worden, während in Österreich-Ungarn der Jännerstreik immer größere Ausmaße annahm. In dieser turbulenten Situation gelang es Trotzki, die bolschewistische Führung einschließlich Lenins davon zu überzeugen, die Friedensverhandlungen zu verlassen, ohne einen Friedensvertrag unterzeichnet zu haben, eben weder Krieg zu führen noch den Frieden zu unterzeichnen. Am 30. Januar 1918 kehrte Trotzki schließlich an den Verhandlungstisch zurück. Angesichts der Massenstreiks in Österreich-Ungarn und auch in Deutschland erhielt er von der Führung der Bolschewiki noch weitergehende Vollmachten, die Verhandlungen zu verzögern.

Trotzkis Ansatz ging bekanntlich nicht auf: Die Mittelmächte schlossen mit der Regierung der Ukrainischen Volksrepublik am 9. Februar 1918 einen Separatfrieden, und der Jännerstreik konnte schon vorher unter tätiger Mithilfe des sozialdemokratischen Parteiführung abgewürgt werden. Der Parteivorstand selbst hatte eine Regierungserklärung verfasst, die zahlreiche Zugeständnisse an die Streikenden enthielt, darunter auch die Zusicherung, die katastrophale Lebensmittelversorgung zu verbessern und sich um Friedensverhandlungen zu bemühen. Doch auch nach dem Beschluss zum Streikabbruch am 20. Jänner gelang es nicht, wieder vollständig die Ruhe herstellen. Am 22. Jänner 1918 streikten die Arsenalarbeiter im Kriegshafen Pola, dem sich die Matrosen der im Hafen liegenden Schiffe der kaiserlich-königlichen Kriegsmarine anschlossen, am 29. Jänner streikten die Arbeiter in Mährisch-Ostrau, und am 1. Februar kam es im heutigen Montenegro bei der in der Bucht von Kotor vor Anker liegenden k. u. k. U-Boot-Flotte zum Matrosenaufstand von Cattaro. Doch all das änderte nichts daran, dass Ende Februar 1918 die russische Räteregierung die Friedensverhandlungen wieder aufnehmen und am 3. März den Friedensvertrag in Brest-Litowsk unterzeichnen musste.

Das folgende Interview vom 25. Januar 1918 nimmt auf alle diese Ereignisse – die Friedensverhandlungen, die Auflösung der Konstituante etc. – Bezug. Bezeichnender Weise wurde dieses groß aufgemachte Interview von der sozialdemokratischen Presse totgeschwiegen – wenn wir nichts übersehen haben, ist in den Tagen nach dem 24. Februar 1918 jedenfalls kein Bezug auf das Interview in der Arbeiter-Zeitung zu finden. Der sozialdemokratische Parteivorstand und die Arbeiter-Zeitung hatten offensichtlich kein Interesse daran, sich zu einer Zeit näher mit den offen ausgesprochenen revolutionären Zielen Trotzkis und der russischen Räteregierung auseinanderzusetzen, als die „Gefahr“ des Jännerstreiks, zumindest in seiner unmittelbarsten Form, gerade überstanden war. Da war es wohl besser, das Interview Trotzkis in der Neuen Freien Presse nobel mit Schweigen zu übergehen.

Weshalb die Neue Freie Presse, das Aushängeschild der bürgerlich-liberalen Wiener Publizistik, ein Interview mit Leo Trotzki abdruckte, darüber können wir nur spekulieren. Dass auch Karl Marx für kurze Zeit als Korrespondent aus London für die „Neue Freie Presse“ gearbeitet hatte, kann es nicht gewesen sein. Da werden wohl aktuelle (innen-) politische Erwägungen eine gewichtige Rolle gespielt haben. Das würde auch erklären, warum die Neue Freie Presse das Interview gerade am 24. Februar abdruckte: Nachdem ab 17. Februar 1918 die deutsche Armee die Kampfhandlungen gegen Russland wieder aufgenommen hatte und auf praktisch keine Gegenwehr gestoßen war, musste angesichts der katastrophalen Lage die Regierung Sowjetrusslands die Mittelmächte um Frieden bitten. Am 24. Februar war dann an die deutsche, die österreichisch-ungarische, die osmanische und die bulgarische Regierung folgendes Telegramm ergangen: „Gemäß der vom ausführenden Hauptausschuss und vom Rate der Vertreter der Arbeiter, Bauern und Soldaten am 24. Februar um 4 Uhr 39 Minuten früh getroffenen Entscheidung hat der Rat der Volksbeauftragten beschlossen, die von der deutschen Regierung gestellten Friedensbedingungen anzunehmen und eine Abordnung zur Unterzeichnung des Friedens nach Brest-Litowsk zu senden.“ Unterzeichnet war das Telegramm vom Vorsitzenden des Rates der Volksbeauftragten, Wladimir Lenin, und dem Volksbeauftragten für auswärtige Angelegenheiten, Leo Trotzki. Und dieses Telegramm war in der Arbeiter-Zeitung am 26. Februar 1918 prominent auf der ersten Seite abgedruckt – dass die russischen Revolutionäre um Frieden ansuchten, passte eher ins Konzept als eine ausführliche Stellungnahme Leo Trotzkis zu den anstehenden Fragen.

Noch ein Wort zu John Alexander Lönnegren, der das Interview Ende Januar 1917 in Petrograd führte und der eine unrühmliche Fußnote in der schwedischen Geschichte bekam. Der schwedische Journalist und Geschäftsmann wurde 1888 in Lulea geboren, studierte in Uppsala und später in Greifswald, wo er 1916 in Staatswissenschaften promovierte. Ab 1903 arbeitete Lönnegren bei der schwedischen bürgerlich-liberalen Zeitung Svenska Dagbladet und wurde für 15 Jahre deren Korrespondent in Paris, London, zuletzt in Berlin. In dieser Funktion scheint er auch das Interview mit Leo Trotzki geführt zu haben. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Unternehmer und Bankdirektor, 1924 brasilianischer Honorarkonsul. In der Wirtschaftskrise verarmt, war er ab 1931 an der brasilianischen Gesandtschaft in Stockholm beschäftigt. Lönnegren wurde dann 1938 Leiter des Stockholmer Büros der deutsch kontrollierten Nachrichtenagentur Skandinavisk Telegrambureau. Ins Licht der Öffentlichkeit rückte er nach seiner Verhaftung im Dezember 1944 im Zuge der Paulson-Lönnegren-Affäre wegen seiner Rolle bei der Bespitzelung von Flüchtlingen in Schweden durch Angehörige der deutschen Gesandtschaft, für die der geständige Lönnegren zu zwei Jahren Strafarbeit verurteilt wurde. Lönnegren starb 1949 in Stockholm.

Dass Lönnegren das Interview für eine schwedische Tageszeitung führte (das erst später von der Neuen Freien Presse übernommen wurde), hatte natürlich auch inhaltlich einige Konsequenzen. So wird etwa relativ breit die Frage der Ålandinseln diskutiert. Seit 1809 gehörte Åland zum Zarenreich und wurde Teil des autonomen Großfürstentums Finnland. Nachdem Finnland am 6. Dezember 1917 seine Unabhängigkeit von Russland erklärt hatte, wurde auf den schwedisch besiedelten Åland-Inseln offen über einen Anschluss an Schweden nachgedacht. Im Winter 1917/18 sammelten Aktivisten in der kaum 20.000 Einwohner zählenden Inselgruppe über 7.000 Unterschriften unter eine Petition, die den Anschluss an Schweden forderte. Letztlich verblieb die Inselgruppe bei Finnland und bildet heute eine politisch weitgehend autonome Region Finnlands.

Natürlich ist das Interview keine tiefschürfende theoretische Abhandlung, aber dafür ein agitatorisch und propagandistisch hochinteressantes Dokument, in dem einer der Führer der Oktoberrevolution zu den aktuellen Ereignissen Stellung nimmt. In unaufgeregter Sprache legt es Zeugnis ab von Trotzkis revolutionärem Optimismus, aber auch seiner Prinzipienfestigkeit, etwa in der Frage des Selbstbestimmungsrechts der Völker oder in der Erklärung der Auflösung der Konstituante. Und nicht zuletzt gibt es auch einen persönlichen Einblick in das Petrograd der ersten Monate unmittelbar nach der Oktoberrevolution und in das „Nervenzentrum des revolutionären Russland“, wie Leo Trotzkis Büro von Lönnegren im Text genannt wird. Wir denken, dass das Interview Wert ist, ein Jahrhundert nach seiner erstmaligen Publikation wieder veröffentlicht zu werden.

Leo Trotzki im Smolny-Institut.

Eine Unterredung mit dem russischen Volkskommissär. Von unserem Sonderberichterstatter. Petersburg, 25. Januar. [Neue Freie Presse 24.2.1918 S.3-4]

Früh morgens nahm ich einen Iswoschtschik und fahre von meinem Hotel Medvsched auf dem Newsky Prospekt nach dem Smolny-Institut. Unterwegs passiere ich das Taurische Palais, das noch immer von Matrosen, Soldaten und Roten Gardisten stark bewacht ist. Schon vorher sehe ich mehrere Barrikaden, die Ruinen des Gerichtshofes und des Untersuchungsgefängnisses bei der Liteiny, wo so viele Angeklagte verurteilt wurden. Während der Revolution wurden diese Gebäude von der rasenden Volksmenge angezündet und erstürmt und zugleich wurden alle aufgefundenen Rechtsdokumente und Protokolle verbrannt. Von dem Gerichtsgebäude stehen nur noch die Mauern. Das Gefängnis aber hat sich äußerlich besser erhalten, obgleich innen alles zerschlagen und zerstört ist.

Das Smolny-Palais, bewacht von der Roten Garde

Je mehr man sich dem Smolny-Institut nähert, desto zahlreicher werden die bewaffneten Posten auf Straßen und Plätzen, die uns mit mehr oder weniger misstrauischen Blicken mustern, da sie eine fremde Sprache hören. In der Ferne hört man Schüsse fallen. Alles geht jedoch gut, und endlich stehen wir vor den Toren des mächtigen Gebäudes. Eine Menge von Fahrzeugen steht hier und wartet, einige kommen, andere gehen, abwechselnd Automobile und Schlitten. Durch die Gittertore des Vorgartens fließt ein gleichmäßiger Strom Kommender und Gehender, meistens Soldaten und Matrosen, aber auch Zivilisten beiderlei Geschlechtes. Viele bewaffnete Männer in Uniform oder Zivil bewachen den Eingang, aber keiner kümmert sich um uns und wir passieren ohne weiteres. Der Vorhof ist überfüllt von Panzerautomobilen, Kanonen und Maschinengewehren, alle fertig zur Aktion, und auch die bedienende Mannschaft ist bereit. Ich gehe unangetastet weiter und komme durch ein ziemlich unansehnliches Portal in den Palast. In dem großen Hauptkorridor wimmelt es von Menschen, meistens Militär verschiedener Waffengattungen. Auch hier kümmert sich niemand um mich und ich gehe weiter durch den riesenhaften dunkeln Tunnel bis zu dem Zimmer, wo die Eintrittskarten ausgestellt werden.

An zwei Schreibtischen sitzen einige Soldaten und sehen die Legitimationspapiere der Suchenden durch. Ich denke mir, dass der eine Schreibtisch für diejenigen ist, die Lenin sehen wollen, während der andere für diejenigen ist, die Trotzki zu treffen wünschen, aber ich kann leider nicht konstatieren, ob es so ist. Mit milder Gewalt dränge ich mich rasch durch die Menge russischer Soldaten, die einen kleinen Puff nicht übelnehmen, wenn man ihn nur mit einem „Entschuldige, Kamerad“ begleitet. Hätte ich gewartet, bis ich an der Reihe war, hätte es wohl eine Weile gedauert, bevor ich das wichtige Papier endlich erhalten hätte, das mir den Weg öffnen soll zum Nervenzentrum des revolutionären Russland. Aber diesmal setze ich die Rücksichtnahme auf das gute Recht anderer beiseite, und es glückt mir, innerhalb einiger Minuten bis zu Trotzkis Tisch vorzudringen.

Das Empfehlungsschreiben des schwedischen Gesandten und mein Pass werden schnell geprüft und „der Kamerad“ am Tisch schreibt einige russische Worte auf ein Stück Papier, das noch mit einem Stempel versehen wird.

Trotzki wohnt hoch oben in einem sonnigen Eck-Zimmer des Smolny-Instituts, von wo aus man eine herrliche Aussicht über einen Teil der Metropole hat.

Aber bevor ich dort bin, wird meine Eintrittskarte noch zweimal von bewaffneten Wachtposten geprüft. Der erste steht an dem unteren Treppenaufgang und markiert seine Kontrolle, indem er das magische Stückchen Papier zur Hälfte zerreißt, der andere steht weiter oben und prüft mich und das Papier nur flüchtig, bevor er mich hineinlässt.

Vor der Tür des Dienstzimmers des Ministers des Äußern nimmt ein Wachtposten meine Visitenkarte und geht hinein, um mich anzumelden. Unmittelbar darauf kommt er wieder, schlägt die Flügeltüren auf und ich trete ein. An einem Tische nahe der Tür in dem großen, kahlen, fast unmöblierten Zimmer sitzt Trotzki, in ein lebhaftes Gespräch mit einer Roten-Kreuz-Schwester verwickelt. Nach einigen Minuten kommt er auf mich zu, schüttelt mir die Hand und führt mich in eine Ecke, die wie in ein separates Zimmer abgeteilt ist, wo wir uns zur Seite eines Schreibtisches niederlassen.

Klar und fest beantwortet er alle Fragen, gibt ein Exposé über den gegenwärtigen Stand der Friedensverhandlungen, berührt das Verhältnis zu Finnland und Schweden, schneidet die Alandsfrage an und spricht sich schließlich offen über die Pläne der Bolschewiki aus.

„Die Aufgabe der Friedensverhandlungen,“ erklärte Trotzki, „ist die, Klarheit über die Kriegsziele und Friedensbedingungen der verschiedenen Parteien zu schaffen, nicht aber gegenseitig zu überzeugen. Diese Klarheit ist notwendig, da die Einigkeit in den am 25. Dezember formulierten Friedensprinzipien nur scheinbar war und eine gewisse Unklarheit hinterließ. Deutschland und Österreich-Ungarn hatten wohl nominell die Prinzipien eines Friedens ohne Annexionen und Kontributionen sowie Selbstbestimmungsrecht für jedes Volk gutgeheißen, aber eigentlich meinten sie etwas anderes damit als wir. Unser Prinzip, dass alle Völker und Volksstämme im früheren russischen Reiche selbst über ihr Schicksal entscheiden sollen, wollten wir natürlich auch auf die Teile des Reiches ausdehnen, die augenblicklich von den Zentralmächten besetzt sind. Daraufhin erklärten die Delegierten der Zentralmächte – eine Antwort, die schriftlich auf eine direkte Frage abgegeben wurde – dass eine Räumung der besetzten Gebiete nicht vor sich gehen könnte, bevor der Krieg definitiv abgeschlossen wäre. Dies fassten unsere Repräsentanten so auf, dass die genannten Gebiete geräumt werden sollen, sobald der allgemeine Friede geschlossen sei. Nun zeigt sich, dass die deutschen Repräsentanten einer ganz anderen Auffassung sind. Auf meine Frage antwortete Kühlmann, dass man keine Verpflichtung übernehmen könne, die besetzten Gebiete zu irgendeinem bestimmten Zeitpunkte zu räumen, und gleichzeitig behalte man sich das Recht vor, verschiedenartige Verträge mit den besetzten Gebieten einzugehen, wodurch das Verhältnis zwischen diesen und den Zentralmächten besonders intim werden kann. Unter diesen Umständen können wir nicht ersehen, dass diese Gebiete das Selbstbestimmungsrecht erhalten, das eines der vornehmsten Prinzipien der Friedensverhandlungen ausmacht.“

„Wie wird Russland sich zu den entstandenen Komplikationen stellen?“

„Darüber kann ich mich nicht äußern, da ein Entschluss von unseren maßgebenden Stellen noch nicht gefasst ist. Ich kann nur so viel sagen, dass wir keineswegs, wie man in Deutschland behauptete, die Verhandlungen in die Länge ziehen. Wie es in Zukunft mit den Friedensverhandlungen gehen wird, weiß ich nicht. Da sind viele Faktoren, die auf die Verhandlungen einwirken. Der wichtigste ist wohl die Friedenssehnsucht des Volkes in allen Ländern, die sich immer stärker hervordrängt, je weiter die Zeit fortschreitet.“

„Angenommen, dass Ihrem Beispiel in anderen Ländern nicht Folge geleistet würde, dass die russische sozialistische Revolution in der Hauptsache auf Ihr Land beschränkt bleibt und alle Probleme und Schwierigkeiten, innere und äußere, allein lösen muss; zwischen der Ukraine und Großrussland besteht ja jetzt schon ein scharfer Konflikt, Kaledin und seine Anhänger rüsten beständig, und es ist wohl anzunehmen, dass wenigstens eine große Minorität des russischen Volkes, besonders die Intelligenz, die Beamten, Kaufleute, Industrielle fortgesetzt gegen Sie sind und passiven, ja vielleicht sogar aktiven Widerstand leisten werden?“

„Wir werden siegen,“ antwortete Trotzki, „auch wenn wir gegen alle Vermutung isoliert werden würden, das ist meine feste Überzeugung. Natürlich sind noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, natürlich wehrt sich die Bürgerklasse und ein großer Teil der Intelligenz mit Händen und Füßen gegen die Umwälzung und die neue Gesellschaftsordnung.“

„Aber wie kann das mit demokratischen und sozialistischen Prinzipien übereinstimmen, dass die Generalversammlung, welche vom russischen Volk durch allgemeine, gleiche und direkte Wahlen nach den demokratischesten Bestimmungen gewählt wurde, aufgelöst wird?“

„Die konstituierende Generalversammlung, die wir nun gesprengt haben, krönte nur das Werk der Februarrevolution, sie hatte sich selbst überlebt, trotzdem sie nicht Gelegenheit hatte, zu arbeiten, denn die Zeit hat schneller gearbeitet. Die Deputierten der Konstituante wurden nach alten Kandidatenlisten gewählt, die nach damaligen Parteiverhältnissen aufgestellt waren, die seitdem und vor allem seit der Oktoberrevolution radikal verändert worden sind. Als diese Listen aufgestellt wurden, waren zum Beispiel die Sozialrevolutionäre eine einheitliche Partei, während nun, wie bekannt, der eine Teil mit uns geht, und der andere Teil eifrig gegen uns kämpft. Damals waren die großen Massen der Bauern noch nicht von unseren Ideen durchdrungen, was jetzt aber in hohem Grade der Fall ist. Darum fühlen wir und wissen, dass wir die überwiegende Majorität des arbeitenden Volkes repräsentieren, und dies hat uns den politischen Mut und das moralische Recht gegeben, die Nationalversammlung aufzulösen.“

„Es ist also ein Experiment, das Sie gegenwärtig machen?“

„Ja gewiss, ein großes, ein welthistorisches Experiment, und ein Experiment, das glücken wird, davon bin ich fest überzeugt.“

„Also wenn die finnischen Sozialisten, die doch tatsächlich in der Minorität sind, in dem auf Grund des freiesten Wahlrechts der Welt gewählten Landtag, versuchen würden, mit Gewalt den Landtag zu sprengen, den Senat zu verhaften und eine sozialistische finnische Republik auszurufen, würde der russische Militärismus ihnen in Finnland behilflich sein? Das freie, sozialistische und demokratische Russland, das selbst aller Völker Selbstbestimmungsrecht proklamiert, würde seine Soldaten sich einmischen lassen in die inneren Angelegenheiten eines anderen Volkes und während eines Bürgerkrieges eine Minorität gegen eine Majorität unterstützen?“

„Natürlich wünschen wir die Verbreitung unserer Ideen überall und natürlich hoffen wir in erster Linie auf deren Verbreitung bei unseren nächsten Nachbarn. Ich habe mit Erstaunen unsere finnischen Parteifreunde gefragt, warum sie unserem Beispiel nicht folgen und die sozialistische Republik in Finnland nicht durchführen. Würden sie dies tun, bekämen sie unzweifelhaft vom russischen Militär Hilfe. Da die finnischen Sozialisten indessen noch nichts in dieser Richtung machen konnten oder wollten, so haben wir, unseren Prinzipien über das Selbstbestimmungsrecht des Volkes getreu, Finnland als ein freies und unabhängiges Land anerkannt, trotzdem es eine Bürgerregierung an seiner Spitze hat. Wir meinen es ernst mit diesem Anerkennen, und wir gedenken auch, Finnland räumen zu lassen, sobald der Friede geschlossen ist. Die Frage der Minorität und Majorität aus sozialistischen Gesichtspunkten habe ich teilweise schon vorher beantwortet. Fühlen die finnischen Sozialisten wie wir, dass sie wirklich das Volk auf ihrer Seite haben und dass die Gelegenheit sich jetzt bietet, ihr Programm durchzuführen, so sehe ich nicht ein, warum sie es nicht tun, und sich unserer Hilfe, wenn nötig, nicht bedienen sollen. Haben sie dagegen dieses Gefühl und die Überzeugung nicht, wissen sie, dass sie nur an Stützen in weiteren Kreisen verlieren und in wirkliche Minorität kommen würden, so ist es ja genügend Erklärung für ihre Untätigkeit. Das russische Militär wird nicht aus eigener Initiative eingreifen, sondern nur, wenn seine Hilfe von den finnischen sozialistischen Kreisen verlangt wird.“

„Wie ist es mit der Lebensmittelfrage? Man glaubt allgemein in den bürgerlichen Kreisen, dass Petersburg in kurzem Hungersnot haben wird und dass dies den Untergang der Bolschewiki bedeutet. Und wie fungieren die wichtigen Maschinerien des Staatsministeriums und der Banken? Wie stellt man sich zur Sabotage der Beamten und Dienstleute?“

„Über die Lebensmittelfrage werden wir nicht fallen. Der Konflikt mit der Ukraine jagt uns keinen Schrecken ein. Die ukrainische Rada, die nur eine schlechte Kopie des Kerenskischen Systems ist, sieht ihre Macht täglich mehr schwinden. Ein Gebiet nach dem andern macht sich von dessen Macht frei, um sich uns anzuschließen oder um eigene, autonome Gebiete zu bilden. Es sind reiche Vorräte an Getreide im Süden und in Sibirien vorhanden. Die Schwierigkeiten bestehen nur im Transport hieher. Aber auch dies wird besser und besser, wenn wir nur erst alles organisiert haben. In Poltawa allein liegen 15 Millionen Pud Getreide und dieser Distrikt gehört zu uns. Charkow hat eine eigene Republik gebildet, die auch mit uns hält. Die Bauern im Dondistrikt haben sich mit fünf Sechsteln der Majorität für uns ausgesprochen. Der ganze Kohlendistrikt im Süden ist in unseren Händen. Kaledin muss sich in der Defensive halten. Indem die sichtbaren Vorräte herbeigeschafft werden, indem von den größeren Bauern requiriert wird und indem durch die Demobilisierung der Kriegsindustrie für die Landwirtschaftsgeräte usw. der Bauern gesorgt und die Produktion von Lebensmitteln erhöht wird, werden wir sicherlich die Knappheit an Lebensmitteln überwinden, die ja in Russland nur lokaler Natur ist.“

„Aber wird es nicht schwer, die großen Scharen Soldaten und die anderen, die sich daran gewöhnt haben, arbeitslos während des Krieges und der Revolution herumzulaufen, zu bewegen, die regelmäßige Arbeit wieder aufzunehmen?“

„Diese Schwierigkeit existiert mehr oder weniger wohl in allen Ländern, aber am wenigsten doch wohl in Russland, wo die große Masse der Soldaten Bauern [sind] und [die] Bauern [bereit sind,] zu[rückzu]kommen und die Landarbeit aufzunehmen. Im Übrigen soll der Druck der Masse auf die Mitglieder organisiert und mit großer Energie ausgeübt werden. Berufsgerichte sollen eingerichtet werden und der Faulenzer soll verurteilt und gezwungen werden, für das Heil des Ganzen zu arbeiten. Dass die Gesellschaft durch die Geburtswehen der Revolution ins Wanken geriet, ist natürlich. Uns missfallen die Exzesse und Gewalttaten, die hie und da vorkommen, sehr, aber sie sind einzig und allein der Ausdruck des Bösen, das sich seit langen Zeiten angesammelt hat. Allmählich wird auch das Gleichgewicht durch die eigene Kontrolle des Volkes wiederkehren. Diejenigen, die Schingarew und Kokoschkin ermordet haben, sind auf unseren Befehl verhaftet worden, und die Allgemeinheit hat reichliche Ermahnungen, sich ruhig zu verhalten, erhalten. Jede Gewalttat wird in Zukunft streng bestraft werden. Wir wollen kein Blutvergießen, wenn wir es vermeiden können. Nur wenn man uns angreift, werden wir die strengsten Mittel nicht scheuen. Das Gerücht, dass die sabotierenden Regierungsbeamten und Bankleute erschossen werden würden, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Natürlich hat ihre Sabotage uns gewisse Unannehmlichkeiten verursacht und die Staatsmaschinerie am normalen Fungieren verhindert, was ja umso unbehaglicher ist, als die größten Schwierigkeiten beim Durchführen unseres Programms rein technischer Art sind. Aber ich glaube, dass der Streik der Bankleute aus falscher Auffassung hervorgegangen ist, weil sie glaubten, unser Regime hätte nur kurze Dauer. Wenn sie nun sehen, dass unsere Regierung von Dauer ist, so werden sie sicher bald ihre Vernunft zu Rate ziehen und in ihrem eigenen Interesse sowohl wie in dem der Allgemeinheit zu ihrem Dienst zurückkehren.“

„Apropos, Banken, man kann ja nicht Geld aus einer Petersburger Bank auf einen im Auslande, beziehungsweise in Schweden ausgestellten Scheck erhalten. Was ist die Ursache hiefür?“

„Darauf will ich Ihnen mit einer Gegenfrage antworten: Warum lässt die schwedische Regierung an unseren Gesandten Worowski nicht Russlands Guthaben, mehr als einige Millionen Kronen, auszahlen? Anstatt dessen stehen die Gelder zur Verfügung des früheren russischen Ministers Gulkewitsch, was ja juristisch und moralisch unrecht ist, da Herr Gulkewitsch abgesetzt ist.“

„Dürfte die Anerkennung der Bolschewikiregierung von Bedeutung für das gute Einvernehmen zwischen Schweden und Russland sein?“

„Natürlich würden wir mit Vergnügen Schwedens Anerkennung entgegennehmen, was ja eigentlich nur eine Konsequenz der Anerkennung der Selbständigkeit Finnlands wäre, vielleicht sogar in erster Linie deshalb, weil diese von uns anerkannt wurde. Nun anerkennt man das Kind, ohne die Mutter anerkennen zu wollen. Das macht aber in jedem Falle nichts. Man lebt auch gut, ohne anerkannt zu sein. Aber dies kann ja seine Nachteile auch für die andere Partei haben. Solange Schweden uns nicht anerkannt hat, kann es keine offiziellen Verhandlungen mit uns betreffs der Alandsfrage führen, die Sie ja für so wichtig ansehen. Im Übrigen legen wir natürlich großen Wert auf ein gutes Einvernehmen zwischen Schweden und Russland ebenso wie zu den übrigen skandinavischen Ländern und unseren Nachbarn überhaupt. Wir haben auch viele wichtige gemeinsame Interessen mit den skandinavischen Ländern und Finnland. Vor allem ist es von großer Bedeutung, dass die wichtige baltische Frage gelöst wird, so dass keine Konflikte und Komplikationen entstehen. In dieser Hinsicht hat Russland dasselbe Interesse wie Schweden, Finnland und Dänemark, und deshalb ist es wichtig, dass auch diese Staaten ein Wort mitzusprechen haben, wenn die baltische Frage geregelt wird. Diese Frage ist durch die deutsche Besetzung der baltischen Inseln und des Moonsundes erheblich alteriert worden. Am besten dürfte dieses Problem vielleicht bei dem kommenden allgemeinen Friedenskongress behandelt werden, wo die Frage, betreffend sämtliche Meerengen, die wichtigsten internationalen Innenseen und Fahrwasser behandelt werden wird. Aus diesem Gesichtspunkte ist es nicht wünschenswert, die baltische Frage durch bindende Verabredungen durch Deutschland und Österreich-Ungarn schon jetzt zu erledigen. Wir glauben, dass die Interessen der kleinen Staaten gerade durch diesen Antagonismus zwischen den Großmächten am besten vertreten werden können.“

„Und glauben Sie, dass Russland dem Auslande Getreide und andere wichtige Rohwaren liefern kann? Sie wissen, dass die Lebensmittelfrage fast überall eine brennende ist.“

„Ich hoffe es. Der Lebensmittelmangel ist ja nunmehr eine internationale Erscheinung, die beinahe in allen Ländern Europas auftritt. Ich hörte unter anderm von Tschitscherin, dass die Lebensmittelverhältnisse in England besonders schlecht sind und vor allem in letzter Zeit sich sehr verschlechtert haben. Russland hat Getreide genug, wenn es nur verteilt werden könnte. Nun werden ja die Transporte durch die inneren Streitigkeiten im Süden erschwert. Innerhalb ein bis zwei Monaten hoffe ich aber, dass der Bürgerkrieg im Süden beendigt sein wird, und dann kann der Transport nach Norden und Westen wohl in größerem Maßstabe aufgenommen werden. Ein Teil des Überschusses – wenn ein solcher, wie ich hoffe, sich ergibt – wird wohl nach Österreich und Deutschland gehen, aber auch Skandinavien liegt uns ja so nahe, dass diese Länder sicher einen Teil von Getreide, Öl, Tee usw. von uns werden bekommen können. Als Kompensation sind besonders landwirtschaftliche Maschinen erwünscht…“

Das Gespräch hatte gute fünf Viertelstunden gedauert. Nun stieg ich wieder die breiten Steintreppen hinunter, die jetzt von schmutzigen, schweren Soldatenstiefeln ausgetreten werden, wo früher zierliche, adelige Mädchen leicht hinuntertrippelten. Draußen vor dem Portal werden gewaltige Zeitungspakete abgeladen, ob beschlagnahmte Oppositionsblätter oder Bolschewiki-Propagandaliteratur, weiß ich nicht. Durch die Menge der Soldaten, Matrosen, Rote Gardisten, Automobile und Schlitten dränge ich mich zum Portalgitter durch. Auch der ganze große Garten vor dem Smolny-Institut wimmelt von Militär, und als ich endlich den Weg hindurch gefunden hatte, sehe ich, dass der Zutritt zur anderen Seite durch Wachposten gesperrt ist. Ich komme jedoch trotzdem unangetastet durch und nehme zur Abwechslung die elektrische Bahn zum Newsky Prospekt. Überfüllt mit Soldaten und Matrosen, wie gewöhnlich.

Dr. John Lönnegren.