Frankreich: Schüler*innen, Studierende, Beschäftigte im Bildungswesen: Um die Regierung zu besiegen – Generalstreik!

Um die Regierung zu besiegen – Generalstreik!

Die Bewegung der Schüler*innen breitet sich wie ein Lauffeuer aus. Überfüllte Klassen, Gebäude, die je nach Jahreszeit zu Saunen oder Eiskellern werden, unzureichende Toiletten, fehlende Lehrer*innen, Beschäftigte, Erziehungs- und Betreuungspersonal, medizinisches Personal usw.

Die Bewegung beginnt inzwischen auch die Universitäten zu erfassen. Auch die Studierenden erleben eine fortschreitende Verschlechterung ihrer Studien- und Arbeitsbedingungen – und sehen sich mit Bedrohungen ihrer Wohnbeihilfen (APL) und ihrer Studienrechte konfrontiert.

Alle diese Forderungen sind legitim.

Die Regierung antwortet mit Schlagstöcken, Tränengas, Einsätzen der Bereitschaftspolizei (CRS) und Verhaftungen. Um die Mobilisierung zu verhindern, schließt sie Schulen und Gymnasien; die Präfekten verbieten Versammlungen vor den Bildungseinrichtungen.

Damit drohen jeder Person, die als Organisator*in einer verbotenen Versammlung betrachtet wird, 7.500 Euro Geldstrafe, jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer 750 Euro.

Während die Regierung mit der rechten Hand den Schlagstock schwingt, organisiert sie mit der linken Hand Gespräche und Konsultationen mit den Führungen der Schüler*innen-, Studierenden- und Lehre*rinnengewerkschaften.

Gemeinsam kämpfen!

Um zu gewinnen, dürfen Schüler*innen und Studierende nicht allein bleiben. Ihre Forderungen überschneiden sich mit denen aller Beschäftigten im Bildungswesen, vom Kindergarten bis zur Universität.

Gemeinsame Vollversammlungen in allen Bildungseinrichtungen! Beschäftigte im Bildungswesen gemeinsam mit Schüler*innen und Studierenden! Alle Gewerkschaften müssen gemeinsam dazu aufrufen!

Um zu gewinnen, braucht es die Koordination und Zentralisierung des Kampfes gegen die Regierung: Die Vollversammlungen wählen Streikkomitees; die Delegierten werden zwischen den einzelnen Einrichtungen, auf Städteebene und schließlich bis hin zu einer nationalen Koordination der Bewegung koordiniert, die die Mobilisierung leitet.

Um zu gewinnen, braucht es den Generalstreik des gesamten Bildungswesens! Alle Gewerkschaften, alle Parteien und Organisationen, die sich auf die Verteidigung der Interessen von Schüler*innen, Studierenden und Beschäftigten berufen, müssen gemeinsam dazu aufrufen!

Selbstverteidigung der Demonstrationen

Um zu gewinnen, braucht es die Organisation der Selbstverteidigung der Demonstrationen und Versammlungen.

Jede Vollversammlung soll einen Ordnerdienst bestimmen. Jede Delegiertenkoordination soll einen Ordnerdienst für die Demonstrationen organisieren, um sich sowohl vor der Polizeigewalt als auch vor Provokateur*innen zu schützen.

Denn die dummen Zerstörungen von Stadtmobiliar, Bushaltestellen usw., die Brände vor den Bildungseinrichtungen sowie Gewalttätigkeiten gegen Lehrer*innen oder Leitungspersonal laufen in den Fernsehnachrichten und sozialen Netzwerken in Endlosschleife. Sie dienen dazu, die Repression und die martialischen Aufrufe zur Wiederherstellung der Ordnung zu rechtfertigen.

Doch in der überwältigenden Mehrheit der Fälle sind es nicht die Schüler*innen, die dafür verantwortlich sind, sondern Provokateur*innen von außerhalb und andere vermummte Randalierer*innen, die – bewusst oder unbewusst – der Reaktion in die Hände spielen.

Welche Zukunft bietet der Kapitalismus der Jugend?

740.000 Jugendliche sind arbeitslos. Wer eine Arbeit hat, befindet sich in der Regel in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Auch ein bedeutender Teil der Jugendlichen in Ausbildung ist von Prekarität betroffen: Lehrlinge, Praktikant*innen, Studierende, die gezwungen sind, eine Arbeit zu finden, um zu überleben.

Die Zukunft, die der Kapitalismus ihnen verspricht:

ein sich immer weiter erhitzender Planet, Prekarität, Selektion, Rassismus, Krieg …

Es wird nicht genügen, bei Wahlen – für diejenigen, die dazu berechtigt sind – für einen Kandidatin von LO, LFI, PCF oder PS zu stimmen.

Keine Wahl, keine Koalitionsregierung mit der Bourgeoisie – ob Cartel des gauches, Front populaire, Union nationale, Union de la gauche, Gauche plurielle usw. – wird die Ursachen des Militarismus, des Rassismus, der Arbeitslosigkeit und der Austerität beseitigen.

Denn dafür muss man das Kapital enteignen, die Grenzen abschaffen und die Wirtschaft demokratisch planen.

Um die sozialistische Revolution vorzubereiten, ist es notwendig, eine revolutionäre Arbeiter*innenpartei und eine internationalistische kommunistische Jugendorganisation aufzubauen.

2. Oktober 2026

Groupe marxiste internationaliste (GMI)
französische Sektion des Collectif révolution permanente
groupemarxiste.info

Bildrechte Beitragsfoto:

SUD SDIS, Screenshot aus dem Video „Retour sur la mobilisation de septembre“, 30. September 2026