„AULA“ geht ein – der „Ersatz“ wird auch nicht besser

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Seit Jahrzehnten für dumpfen Rassismus und Deutschtümelei berüchtigt ist die Monatszeitschrift des Freiheitlichen Akademikerverbands „Aula“. Zuletzt wurde das Blatt mit der Berichterstattung über den österreichischen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2018 auffällig. Der Artikel konzentrierte sich auf die Kritik an Abstammung und Herkunft von Sänger Cesar Sampson, der als „ORF-Quotenmohr“ verunglimpft wurde. Weiters schrieb die Aula von einer „Benachteiligung der autochthonen Österreicher“. Es folgten wie bei jedem „bedauerlichen Einzelfall“ die entsetzten Distanzierungen der FPÖ-Parteiführung.

Ein infamer Artikel über befreite KZ-Artikel löste heftige Reaktionen aus – die FPÖ blieb vergleichsweise „cool“. Warum wohl?

Man versuchte die Verbindungen der FPÖ zur Aula zu relativieren und Parteichef H. C. Strache und sein Stellvertreter Norbert Hofer waren sich uneins, in welchem Ausmaß eine Mitarbeit bei der Aula einer Karriere in der FPÖ abträglich sein soll. Obwohl der Song Contest-Skandal bei weitem nicht der einzige war, den die Aula in ihrer 67-jährigen Geschichte verursachte, zog FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky Ende Mai 2018 die Reißleine: „Ich gehe davon aus, dass der Name Aula vom Markt verschwindet. Die Marke ist so beschädigt, dass sie keine Zukunft hat“.

Doch damit nicht genug der Beweise von Verbindungen der FPÖ zur Aula. Der Schriftleiter – wie der Chefredakteur bei der Aula heißt – Martin Pfeiffer ist stellvertretender FPÖ-Obmann in einem Grazer Bezirk und hat 2017 bei der Grazer Bezirksratswahl erfolglos für die FPÖ kandidiert. Pfeiffer ruft in der letzten Ausgabe der Aula zur Solidarität mit den 17 Identitären auf, die sich ab 4.7.2018 unter anderem wegen Verhetzung vor Gericht verantworten müssen. Verbindungen zu den Identitären hat auch Aula-Herausgeber und FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl. Immerhin vermietet er den Identitären deren Hauptquartier in Graz. Sickl wird auch dem Wunsch der FPÖ-Parteiführung nach der Einstellung der Aula entsprechen. Für den Herbst 2018 kündigte er allerdings das Erscheinen eines neuen Magazins an.
Die jüngsten Entwicklungen rund um die Aula haben das offene Geheimnis gelüftet, dass zwischen Aula, FPÖ und Identitären enge Verbindungen bestehen. Ob das neue rassistisch-deutschtümelnde Blatt „Die Neue Aula“, „Der Nationalfreiheitliche Beobachter“ oder ganz anders heißen wird, ist für dessen Beurteilung irrelevant. Wir dürfen uns jedoch auf eine nach wie vor menschenverachtende und reaktionäre Ausrichtung gefasst machen.