Zwei Städte – ein sportpolitisches Desaster

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Wie sich die Bilder doch gleichen:

money-for-educationIm österreichischen Klagenfurt wurde anlässlich der Fußball-EM 2008 ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 32.000 Zusehern gebaut. Kostenpunkt lt. Wikipedia: 92 Mio. EUR. Die Nachnutzung war schon bei der Errichtung ungewiss, da Kärnten ja noch nie die Hochburg des österreichischen Fußballs war. Daher kam es, wie es kommen musste:Der Spitzenfußball hat sich längst aus Klagenfurt verabschiedet. Selbst der geplante Stadionrückbau ist zu teuer. Da auch internationale Musikgrößen einen weiten Bogen um Klagenfurt machen, bleiben das ÖFB Fußballcupfinale (zuletzt 11.600 Zuschauer) sowie fallweise Fußballländerspiele die einzigen Großereignisse, mit denen die Existenz des so genannten Wörtherseestadions gerechtfertigt werden sollen.

Brasilia 2014:

Das neu gebaute WM Stadion für 73.000 Zuschauer wurde um EUR 485 Mio.

erbaut http://www.stadionwelt.de/sw_stadien/index.php?folder=sites/wm_2014&site=brasilia.

Die Nachnutzung des Luxustempels ist noch mehr fraglich als die in Klagenfurt. Erstligafußball in Brasilia: Fehlanzeige! Wie in Klagenfurt auch haben die Werktätigen (direkt durch Steuern und Abgaben, indirekt durch Kürzungen sozial notwendiger Ausgaben…) optimale Bedingungen für die FIFA und den Werbewert ihrer Sponsoren geschaffen. Fazit: Sowohl in Österreich wie in Brasilien wird den Lohnabhängigen, welche die Hauptlast des Steueraufkommens tragen, die Kosten für die optimale Vermarktung diverser großer „Marken“ aufgebürdet. Dagegen gibt es in Brasilien zu recht landesweite Proteste.

Die WM-Kosten werden mit massiven Kürzungen von Sozialleistungen und geringeren Lohnerhöhungen finanziert.

Sowohl in Österreich wie in Brasilien sind die geschilderten Vorkommnisse keine zufälligen Fehlplanungen oder gar landestypisch. Dahinter steckt ein System. Das System heißt Kapitalismus. Es transferiert Steuergelder in möglichst großem Umfang von der Arbeiterklasse zur Kapitalistenklasse – in Österreich, Brasilien und weltweit. Es sorgt dafür, dass zig Millionen

Menschen selbst ihre elementaren Bedürfnisse nach Trinkwasser, Nahrung, Wohnung und Krankenversorgung nicht gedeckt wissen. Der Kapitalismus ist daher das politische System, das in Österreich, Brasilien und weltweit gegen den Widerstand der herrschenden Kapitalistenklasse beseitigt werden muss, um mit dem Aufbau des Sozialismus und damit der Schaffung einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu beginnen – besser heute als morgen!

Wir werden während der Fußball-WM laufend über verschiedene Aspekte dieses Ereignisses und die Situation in Brasilien berichten.