Die blutige Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran markiert einen neuen Höhepunkt des Terrors des islakofaschistischen Regimes. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 12.000 und 20.000 Demonstrierende getötet. Damit handelt es sich um das mörderischste Vorgehen des Staates gegen die eigene Bevölkerung seit Jahrzehnten.
Reaktionäre islamistische Milizen aus der ganzen Region
Während das Regime versucht, die Verantwortung auf angeblich vom US-Imperialismus und vom zionistischen Staat gesteuerte „bewaffnete Infiltratoren“ abzuwälzen, zeichnen Augenzeugenberichte und investigative Recherchen ein anderes Bild: Die zentrale Rolle bei der Repression spielte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC), insbesondere ihre für städtischen Unterdrückungsoperationen zuständigen Einheiten.
Besonders brisant ist dabei der zunehmende Einsatz ausländischer Milizen. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass die Quds-Brigaden der IRGC bewaffnete Verbände aus der Region in den Iran verlegten: irakische Milizen der Hashd-al-Shaabi, Angehörige der afghanischen Fatemiyoun- und der pakistanischen Zeynabiyoun-Brigaden – allesamt Kräfte, die ihre blutige „Erfahrung“ im syrischen Krieg gesammelt haben, wo sie im Auftrag Teherans das Assad-Regime gegen die Massen verteidigten. Berichte über tausende irakische Milizionäre, die als angebliche „Pilger“ die Grenze passierten, unterstreichen den Charakter dieser Operation als faktische militärische Besatzung gegen die eigene Bevölkerung.
Damit greift das iranische Regime zu einem Mittel, das typisch für staatliche Institutionen in einer tiefen organischen Krise ist: Es misstraut selbst den eigenen gesellschaftlich verankerten Repressionsorganen und stützt sich zunehmend auf fremde, politisch abhängige und besonders brutalisierte Kräfte. Historisch ist dieses Vorgehen wohlbekannt. Schon 2009 setzte die IRGC gezielt freigelassene Kriminelle ein, um Proteste zu zerschlagen. Heute wird diese Logik auf eine internationale Ebene gehoben.
„Krieg gegen Drogen“ à la Teheran
Die Gerüchte über den Einsatz von Drogen – ob angebliche Überdosen unter Demonstrierenden oder stimulierende Substanzen für die Einsatzkräfte – sind Ausdruck dieser Entgrenzung der Gewalt. Sie zeigen, wie sehr das Regime bemüht ist, die Verantwortung für das Massaker zu verschleiern und gleichzeitig jede Form von Widerstand zu entmenschlichen. Seit 2023 hat sich die Zahl der Hinrichtungen wegen angeblicher „Drogendelikte“ vervielfacht. Menschenrechtsorganisationen im Iran und international gehen davon aus, dass viele der Verurteilungen auf Grund gefälschter Beweise zustanden gekommen sind.
Der iranische Staat verteidigt nicht „die Nation“ oder „die Religion“, sondern die materiellen Interessen einer bestimmten Kaste innerhalb der nationalen Bourgeoisie, die ihre Macht nur noch durch nackten Terror sichern kann. Die Internationalisierung der Repression ist die Kehrseite der Internationalisierung der Klassenkämpfe. Die iranische Arbeiter*innenklasse und die unterdrückten Massen stehen nicht einem isolierten Apparat gegenüber, sondern einem regional vernetzten konterrevolutionären Block.
Gerade deshalb ist internationale proletarische Solidarität keine moralische Geste, sondern eine strategische Notwendigkeit. Gegen die bewaffnete Allianz der Unterdrücker kann nur der bewusste, organisierte Klassenkampf der Ausgebeuteten eine Perspektive eröffnen.



