Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist kein „Befreiungskrieg“, sondern ein Raubzug imperialistischer Mächte zur Neuaufteilung des Nahen Ostens. Unter dem Vorwand der „Sicherheit“ und „Demokratie“ geht es um Kontrolle von Öl, Handelsrouten und geopolitischer Vorherrschaft – insbesondere gegen den chinesischen Imperialismus.
Doch dieser Krieg verläuft nicht nach Plan: Das iranische Regime ist trotz schwerer Angriffe nicht zusammengebrochen. Stattdessen verschärft es seine Repression im Inneren und mobilisiert Teile der Bevölkerung gegen die äußere Aggression. Gleichzeitig treibt der Krieg die Weltwirtschaft in eine Krise: explodierende Energiepreise, Inflation, stockender Welthandel.
Der US-Imperialismus steckt in einer Sackgasse: Rückzug würde seine Schwäche offenbaren – Eskalation droht einen Flächenbrand auszulösen. Schon jetzt wächst die Opposition gegen den Krieg selbst in den USA.
Weder der Imperialismus noch das iranische Regime vertreten die Interessen der Arbeiter*innen!
Die Lüge, die Bomben würden die iranische Bevölkerung „befreien“, ist durch die jüngere Geschichte widerlegt: Irak, Afghanistan, Libyen – überall hinterließen imperialistische Interventionen Verwüstung, Elend und neue Unterdrückung. Auch heute zielen die Angriffe darauf ab, den Iran zu unterwerfen – nicht, ihn zu befreien.
Gleichzeitig bleibt das Mullah-Regime ein reaktionärer Unterdrückungsapparat, der Arbeiter*innen, Frauen und nationale Minderheiten brutal bekämpft.
In diesem Krieg gibt es keine neutrale Warte. Wir müssen den Unterschied begreifen zwischen einem Krieg imperialistischer Mächte und dem Angriff einer imperialistischen Übermacht auf ein unterdrücktes, dominiertes Land. Die Verteidigung des Iran gegen die Aggressoren ist eine strategische Pflicht des Weltproletariats. Wer dem Imperialismus zujubelt, verrät die unabhängige Bewegung der Massen. Bomben bringen keine Freiheit, sondern neue Ketten und koloniale Unterwerfung durch die nationale Bourgeoisie und ihre neuen Herren.
Unsere Verteidigung des Iran bedeutet also keine Unterstützung für die reaktionären Mullahs. Im Gegenteil: Wahre Verteidigung kann nur durch die Massen selbst erfolgen, die sich gegen die Aggression von außen und die Unterdrückung von innen gleichermaßen zur Wehr setzen.
Im Falle eines imperialistischen Angriffs auf ein unterdrücktes Land stehen wir als internationalistische Kommunist*innen auf der Seite dieses Landes gegen den Imperialismus, ohne dem Regime dieses Landes und seiner nationalen Bourgeoisie irgendeine politische Unterstützung zu gewähren.
Weder Schah noch Ayatollah: Der Weg der Shoras und der Arbeiter*innenklasse
Das Mullah-Regime nutzt die Bedrohung, um die Opposition blutig zu ersticken. Doch weder die Rückkehr zur Pahlavi-Monarchie noch die klerikale Diktatur bieten für die ausgebeuteten Massen und die nationalen Minderheiten eine Perspektive. Besonders die kurdischen Gruppen müssen gewarnt sein: Lasst euch nicht als „Handlanger“ des US-Imperialismus instrumentalisieren! Euer Kampf für Selbstbestimmung kann nur im Bündnis mit der iranischen Arbeiterklasse siegen. Nur die Shoras – die Räte der Arbeiter, Bauern und Soldaten – können das Land verteidigen und gleichzeitig die Despotie stürzen.
Um die kombinierte imperialistisch-zionistische Aggression scheitern zu lassen, bedarf es einer revolutionären Antwort.
- · Bewaffnung des Proletariats: Aufbau von Selbstverteidigungsmilizen zur Abwehr der Invasoren und zum Schutz gegen die Pasdaran.
- · Bildung von Shoras: Aufbau von Räten in Fabriken, Wohnvierteln und Kasernen als Organe der neuen Macht.
- · Agitation in der Armee und Verbrüderung: Aufruf an die einfachen Rekruten, die Waffen aus den Kasernen an die Arbeiter*innen zu verteilen, sich selbst in Komitees zusammenzuschließen und Befehle, die sich gegen die Massen richten, zu verweigern.
- · Demokratische Freiheiten: Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen, Trennung von Religion und Staat sowie das Recht auf nationale Selbstbestimmung bis hin zur staatlichen Löslösung.
- · Sturz des Regimes: Ersetzung der Diktatur durch eine Arbeiter- und Bauernregierung auf Grundlage der Shoras.
Der Zionismus eskaliert den Krieg in der ganzen Region
Parallel treibt Israel seine Offensive voran: Bombardierungen im Iran, Invasion im Libanon, fortgesetzter Terror gegen die Palästinenser*innen.
Diese Politik ist kein „Selbstschutz“, sondern ein koloniales Projekt der Expansion und Vertreibung. Die Zerstörung von Städten, die Vertreibung von Millionen und die geplante Annexion von Gebieten zeigen: Der zionistische Staat setzt auf eine Strategie der permanenten Eskalation.
Organisationen wie Hamas oder Hisbollah sind keine Alternative: Sie sind bürgerlich-reaktionäre Kräfte. Doch es ist die zionistische Unterdrückung selbst, die ihren Einfluss immer wieder stärkt.
Die Antwort kann nur eine sein: gemeinsamer Kampf der Arbeiter*innen aller Länder der Region gegen Zionismus, Imperialismus und die eigenen herrschenden Klassen.
Gegen alle imperialistischen Mächte – für die internationale Arbeiter*innenklasse!
Dieser Krieg verschärft die globale Konkurrenz der Großmächte und treibt die Welt näher an einen neuen imperialistischen Großkrieg. Keine der Mächte – weder USA noch China, weder EU noch Russland – vertritt die Interessen der Arbeiter*innen.
Unsere Antwort ist internationalistisch:
- Nieder mit der NATO! Gegen die Aufrüstungsprogramme der Europäischen Union, des Vereinigten Königreichs und Japans! Kein Dollar, kein Yuan, kein Euro, kein Yen, kein Pfund, kein Rubel aus dem Budget für die militärische Eskalation!
- Gegen die Macht und die mörderischen Profite der Rüstungsindustrie: Enteignung und Arbeiter*innenkontrolle aller Rüstungsunternehmen und ihrer Zulieferer!
- Nur die Arbeiter*innenklasse kann der Eskalation der imperialistischen Raubzüge um die Weltherrschaft ein Ende setzen:
- US-Truppen und -Basen, raus aus Europa und allen Kontinenten! Russische Truppen, raus aus der Ukraine! Abzug der spanischen, britischen, französischen, italienischen, deutschen usw. Truppen, Marine- und Luftstreitkräfte aus dem Mittelmeerraum, Mitteleuropa, dem Nahen Osten oder Afrika!
- Ersetzung der Berufsarmee durch eine Selbstverteidigungsmiliz, die untrennbar mit den Arbeitsstätten, den Arbeiter*innenvierteln, den Dörfern und den Universitäten verbunden ist!
- Arbeiter*innenregierung! Sozialistische Weltföderation!
Gruppe KLASSENKAMPF
(Öst. Sektion des Kollektivs Permanente Revolution / CoReP)
1.4.2026



