Trump greift Venezuela an, entführt seinen Präsidenten, will sich sein Erdöl aneignen und bedroht Kuba
Nach Monaten von Druck und vielfältigen Aggressionen gegen Venezuela hat die Regierung der Vereinigten Staaten das Land am 3. Januar bombardieren lassen und Präsident Maduro sowie seine Ehefrau entführen lassen.
„Wir werden das Land führen … Wir werden unsere sehr großen amerikanischen Erdölkonzerne – die wichtigsten der Welt – auffordern einzugreifen, Milliarden Dollar zu investieren, die schwer beschädigten Infrastrukturen zu reparieren, die Erdölinfrastruktur zu teilen und damit zu beginnen, Einnahmen zu generieren … Wir werden die amerikanische Macht in unserer Region der Welt auf sehr kraftvolle Weise erneut bekräftigen.“ (Donald Trump, Pressekonferenz, Palm Beach, 1. Januar 2026)
Die Vereinigten Staaten haben seit 1898 unter Präsidenten sowohl der Demokratischen als auch der Republikanischen Partei 42-mal in Lateinamerika interveniert. Sie bedrohen auch Kolumbien und Kuba. Für Trump entspricht die „Monroe-Doktrin“ der zaristischen Tradition, auf die sich Putin beruft.
„Die heutige Ukraine wurde vollständig und ganz von Russland geschaffen – vom kommunistischen, bolschewistischen Russland. Dieser Prozess begann fast unmittelbar nach der Revolution von 1917, und Lenin und seine Genossen gingen dabei wirklich wenig rücksichtsvoll mit Russland um.“ (Wladimir Putin, Fernsehansprache, Moskau, 21. Februar 2022)
„Ich betrachte Russen und Ukrainer als ein einziges Volk. In diesem Sinne gehört uns die gesamte Ukraine.“
(Wladimir Putin, Rede auf dem Internationalen Wirtschaftsforum, St. Petersburg, 20. Juni 2025)
Der einzige Unterschied besteht darin, dass Putin über weniger Ressourcen verfügt und sich auf die Erfindung stützt, die Ukraine werde von einem Naziregime beherrscht, während Trump behauptet, Venezuela werde von einem Drogenkartell regiert – ein Vorwand, den bereits Bush senior benutzte, um Ende 1989 Panama zu überfallen und dessen Präsidenten zu entführen. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hat Trump zudem den ehemaligen Präsidenten von Honduras begnadigt, der in den Vereinigten Staaten wegen Drogenhandels inhaftiert war.
Der Angriff ist Teil der laufenden Neuaufteilung der Welt und der Vorbereitung eines neuen Weltkriegs durch alle imperialistischen Staaten (USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich, Russland, usw.). Die Aufrechterhaltung der Blockade Kubas, die Verdrängung Chinas aus Panama, der Anspruch auf Grönland, die Perspektive der Angliederung Kanadas gehören zu den Vorbereitungen zur Stärkung der ökonomischen und militärischen Positionen der US-amerikanischen Bourgeoisie. Der Angriff richtet sich direkt gegen Kuba, das dank des venezolanischen Erdöls überlebt, und indirekt gegen den imperialistischen Rivalen China, der bislang der größte Abnehmer des venezolanischen Erdöls war.
Die Arbeiterklasse kann nicht neutral bleiben, wenn eine hochgerüstete Bourgeoisie ihre Kolonisierung Palästinas (Israel) fortsetzt, bestimmen will, wer in der Ukraine regiert, um sie zu re-kolonisieren (Russland), und entscheiden will, wer Venezuela regiert, um dessen natürliche Reichtümer zu plündern (USA). Unabhängig von der jeweiligen Regierung (Hamas, Selenskyj, Maduro-Rodríguez, Chamenei-Peseschkian …) gilt es, ein unterdrücktes Volk zu unterstützen, wenn es einem zionistischen Kolonisator gegenübersteht, der es vertreiben oder gar vernichten will, und ein abhängiges Land zu verteidigen, wenn ein imperialistischer Bandit es unterwerfen und ausplündern will. Die beste Unterstützung für das venezolanische Volk besteht darin, gegen die bürgerlichen Regierungen zu kämpfen, sie zu stürzen und den Weg zum weltweiten Sozialismus zu öffnen.
Es ist daher lächerlich und vergeblich, sich – wie die bürgerlichen Arbeiterparteien (Die Linke, LFI, Podemos, PCF usw.) – auf den eigenen Staat und auf die UNO zu verlassen, die soeben den Trump-Plan gegen Gaza verabschiedet hat. Ebenso lächerlich ist es, wie es quasi-pazifistische und halb-reformistische internationale Strömungen tun, flehentlich zu fordern, dass
Fordert die Verurteilung der Regierungen Lateinamerikas und der Welt sowie der Kräfte, die sich als demokratisch betrachten, gegen die piratenhaften und interventionistischen Aktionen der US-Regierung. (ISL, 3. Jänner 2026)
Selbstverständlich hat China den Angriff verurteilt – obwohl es seine eigenen nationalen Minderheiten unterdrückt und Taiwan begehrt, ohne die Bevölkerung zu befragen. Die Mehrheit der bürgerlichen Staaten hat die koloniale Intervention gebilligt, während sie zugleich „Mäßigung“ und „Deeskalation“ predigen. Am 4. Januar haben die Regierungen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs Syrien bombardiert – so wie es Israel regelmäßig tut.
Im Iran, in der Ukraine wie in Venezuela ist es die Aufgabe der jeweiligen Völker, die lokalen Ausbeuterregierungen zu stürzen, die unfähig sind, den dominierenden und kolonialisierenden Mächten entgegenzutreten. Die wirkliche Befreiung der unterdrückten Völker (einschließlich der Schwarzen in den USA) und die tatsächliche Unabhängigkeit der abhängigen Länder können in unserer Epoche nur unter Führung der Arbeiterklasse errungen werden.
In Venezuela müssen sich die städtischen Arbeiter*innen mit ihren Gewerkschaften und Parteien, im Bündnis mit den Landarbeiter*innen und Student*innen, dem US-Imperialismus und dem Teil der Bourgeoisie, der sich an den Yankee-Imperialismus verkauft hat, mit allen politischen und militärischen Kräften, die dazu bereit sind, entgegenstellen. Aber sie können kein Vertrauen in die Bolivarische Partei setzen, die sie einer zunehmenden Ausbeutung unterworfen hat, sich auf den Generastab der Armee gestützt und die allgemeine Bewaffnung der arbeitenden Massen zu ihrer legitimen Verteidigung verhindert hat und bereits vor Trump kapituliert.
„Wir laden die US-Regierung ein, im Rahmen des Völkerrechts gemeinsam an einer kooperativen Agenda zu arbeiten, die auf eine gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist, und ein dauerhaftes Zusammenleben der Gemeinschaften zu stärken.“ (Delcy Rodriguez, 4. Januar)
Wie überall in der Geschichte ist auch derzeit in der Ukraine offensichtlich, dass die nationalen Bourgeoisien aufgrund ihres Klassencharakters nicht in der Lage sind, gegen imperialistische Angriffe wirksam Widerstand zu leisten. Nur die ausgebeuteten Klassen können dies tun, wenn sie von der bewussten Arbeiter*innenklasse angeführt werden, die wiederum eine revolutionäre Partei vom Typ der Bolschewiki braucht.
Um den Imperialismus und seine Kriege zu besiegen, müssen die Arbeiter eine Einheitsfront ihrer Massenorganisationen unter folgenden Losungen fordern:
- Solidarität der internationalen Arbeiterbewegung mit dem venezolanischen Volk!
- Verteidigung des kollektiven Eigentums in Kuba!
- Freiheit für Maduro!
- Imperialisten raus aus Venezuela!
Abzug aller nordamerikanischen Militärkräfte aus dem Karibischen Meer, aus Mittel- und Südamerika!
Ende der Blockaden gegen Kuba, Venezuela und Iran! - Einheitsfront aller Arbeiter*innenorganisationen, armen Bäuerinnen und Bauern, Student*innen und Jugendlichen Venezuelas gegen die imperialistische Aggression!
- Vollversammlungen an Arbeitsplätzen, in Regierungsbüros, Stadtvierteln, Universitäten und Dörfern, um Waffen von den bolivarischen Milizen und der Armee zu fordern, die Kontrolle der Arbeiter und des Volkes über die Wirtschaft zu organisieren, ihre Delegierten demokratisch zu wählen und ihre Kräfte gegen die bürgerliche Regierung von Rodríguez zu zentralisieren!
- Nieder mit der Regierung Rodriguez, die sich anschickt, die arbeitenden Massen zu verraten! Bildet Organe der Doppelmacht! Für eine Arbeiter- und Bauernregierung in Venezuela!
- Bewaffnung der Arbeiterinnen und Arbeiter Venezuelas, Kolumbiens und Kubas!
Arbeiter*innen- und Bauernregierung!
Für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Lateinamerika! - Für die Revolutionäre Arbeiter*inneninternationale, die die Vorhut aller Länder vereinigt!
5. Januar 2026
Gruppe Klassenkampf



