Die „21 Punkte“ – eines der Gründungsdokumente des CoReP

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Trotsky_militant

Leo Trotzki

Im Winter 2002 trafen in Argentinien verschiedene sich auf den Trotzkismus berufende Organisationen zusammen, um die Möglichkeit einer internatiolen Konferenz revolutionärer und orthodox-trotzkistischer Kader zu diskutieren. Die “21 Punkte” waren das Ergebnis der Diskussionen. Nachdem die morenistische LOI-DO mit ihren Anhängern die Initiative sprengte, übernahm das CoReP – trotz einiger inhaltlicher und stilistischer Unschärfen – die “21 Punkte”. Präzisierungen finden sich in der “Charta” des CoReP.

[1] Die Revisionist/inn/en haben alle Arten von Pseudo-Theorien anerkannt oder erfunden um zu erklären, dass der niedergehende Kapitalismus Wege finden könne, seine Krisen zu überwinden und die Produktivkräfte uneingeschränkt zu entwickeln: “Wissenschaftlich-technische Revolution”, “staatsmonopolistischer Kapitalismus”, “Neokapitalismus”, “permanente Rüstungswirtschaft”, “neoliberale Globalisierung”, “New Economy”. Diesen Hirngespinsten gegenüber bekräftigen wir, dass der Kapitalismus seit langem seine fortschrittliche Rolle erschöpft hat. Der Imperialismus ist die Reaktion auf der ganzen Linie. Die aktuelle imperialistische Gegenoffensive und der Krieg gegen den Irak sind die Antwort des kapitalistischen Systems in seinem Todeskampf, seiner imperialistischen Phase, in der er unfähig ist, die Enge der nationalen Grenzen zu überwinden. Der Kapitalismus überlebt, indem er brutal die Lohnabhängigen ausbeutet, Millionen von zum Elend verurteilten Arbeiter/inne/n von der Produktion ausschließt, den Großteil des Planeten der Unterentwicklung aussetzt, die natürlichen Ressourcen zerstört, die Produktivkräfte in Form von Wirtschaftskrisen und Kriegen zerstört, indem er immer parasitärer und destruktiver wird und die menschliche Zivilisation zu vernichten droht.

[2] In der gegenwärtigen Phase der Krise und der wiederkehrenden Krachs der Weltwirtschaft – die seit 1997 nacheinander Asien und Japan, Brasilien und Russland, Argentinien und die Türkei und schließlich die USA selbst getroffen haben – , benötigen alle imperialistischen Mächte gebieterisch billige natürliche Rohstoffquellen, Reserven an versklavter oder zur Untätigkeit verdammter Arbeitskraft, um die aus der Ausbeutung der kolonialen und halbkolonialen Welt gezogenen Profite weiter zu erhöhen, wobei sie gleichzeitig die Ausbeutung ihrer eigenen Arbeiter/innen/klassen verstärken. Der Imperialismus sucht durch die Erhöhung der Profitrate einen Ausweg aus der derzeitigen Krise. Die momentane kolonisatorische Offensive des amerikanischen Imperialismus ist gleichzeitig eine Neuaufteilung der Welt auf Kosten der imperialistischen Mächte zweiter und dritter Ordnung. Der zweite Krieg gegen den Irak, getragen von den USA und Großbritannien trotz des Widerstandes Deutschlands und Frankreichs illustriert die unausbleibliche Zuspitzung der Rivalitäten zwischen den Imperialismen. Wenn die proletarische Revolution es nicht verhindern kann, bringt der Kapitalismus eine neue weltweite Schlächterei über die Menschheit, welche die beiden des 20. Jahrhunderts übertreffen wird.

[3] Wir stehen auf Seiten jeder unterdrückten Nation, die vom Imperialismus angegriffen wird, für ihren militärischen Sieg und für die militärische Niederlage des Imperialismus, aber wir kämpfen für eine proletarische Führung des nationalen anti-imperialistischen Krieges, die ihn in die sozialistische Revolution umwandelt – sowohl im angegriffenen dominierten wie auch im angreifenden imperialistischen Land. Wir erklären, dass jede/r, der/die nicht bedingungslos für die Niederlage des eigenen Imperialismus und für den Sieg der Arbeiter/innen/klasse der von diesem Imperialismus unterdrückten Nationen eintritt, kein/e anti-imperialistische Revolutionär/in ist. Wir rufen die Arbeiter/innen/klasse der USA, die heute von der nationalen, patriotischen Politik der AFL-CIO in eine Zwangsjacke gepresst ist, und die Arbeiter/innen/klassen Japans und Europas auf, für die Überwindung der Unterordnung der Arbeiter/innen/organisationen unter die imperialistische Bourgeoisie zu kämpfen und sich mit ihren Klassenbrüdern- und schwestern in den kolonialen und halbkolonialen Ländern zu verbünden, um auf dem Wege der sozialistischen Revolution für den Sturz der eigenen imperialistischen Bourgeoisie, ihrer Regierungen und Staaten zu kämpfen.

[4] Wir bekämpfen die reaktionäre Utopie eines vereinigten kapitalistischen Europa, und wir rufen die europäische Arbeiter/innen/klasse auf, die Monarchie und die reaktionäre Aznar-Regierung in Spanien, die gaullistische V. Republik in Frankreich, die imperialistische arbeiterfeindliche Regierung des vereinigten Deutschland und die imperialistische Regierung Tony Blairs in Großbritannien etc., zu stürzen. Mit anderen Worten, wir rufen zur Zerschlagung der Regierungen und Regimes der imperialistischen Mächte auf, um die bürgerlichen Staaten zu zerstören und in diesen Ländern die Diktatur des Proletariats zu errichten, um so den Weg für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa frei zu machen.

[5] Wir bekräftigen die Gültigkeit des Programms der permanenten Revolution gegenüber der Politik der “anti-imperialistischen Einheitsfront” mit der nationalen Bourgeoisie, eine Politik, die seit der Tragödie der chinesischen Revolution 1927 zurückgewiesen wird. Wir unterstützen die breitest mögliche Aktionseinheit aller Ausgebeuteten gegen den Imperialismus bei gleichzeitiger Aufrecherhaltung der vollständigen Unabhängigkeit von jeder bürgerlichen Strömung und jeder kapitalistischen Regierung. Alle Bourgeoisien der halbkolonialen Länder sind notwendig proimperialistisch. Sie wollen jenen Anteil am Mehrwert, der aus den Arbeiter/innen ihrer Länder herausgepresst wird und ihren imperialistischen Herren zufließt; als ausbeutende Klasse aber fürchten sie den Ausbruch der proletarischen Revolution mehr als den Sieg des Imperialismus. Deshalb kapituliert der bürgerliche oder kleinbürgerliche Nationalismus, sei er laizistisch oder klerikal, ständig vor dem Imperialismus und hält das Proletariat und die Massen unter der kapitalistischen Ausbeutung. Unsere Perspektive ist die Arbeiter/innen- und Bäuerinnen-Regierung, denn die einzige Klasse, welche die unterdrückte Nation von der imperialistischen Beherrschung befreien kann ist die Arbeiter/innen/klasse, die sich an die Spitze der Bauern/Bäuerinnen und aller unterdrückten und ausgebeuteten Klassen stellt.

[6] Wir verurteilen die Kapitulation der irakischen Bourgeoisie, der arbeiter/innen/feindlichen Kaste der Funktionär/innen Saddam Husseins und der Republikanischen Garden, vor den imperialistischen Aggressoren, die ihnen das irakische Volk ausgeliefert haben und den anti-imperialistischen Kampf der Massen des ganzen Nahen Ostens verraten haben, was heute der Resten der bürgerlichnationalistischen Baath-Partei gestattet, mit den amerikanischen und britischen Okkupanten zu kollaborieren. Wir verurteilen die bürgerlich-nationalistischen Führungen des kurdischen Volkes, die sich mit den Yankee- und britischen Invasoren bei deren Kolonisierungskrieg gegen den Irak verbündet haben, wodurch sich die Unterdrückung nur verschärfen kann und jeder Kampf des kurdischen Volkes für sein legitimes nationales Selbstbestimmungsrecht, inklusive des Rechts der Loslösung vom Irak, der Türkei, Syrien und dem Iran, zerschmettert werden wird. Wir verurteilen die Regierungen und Regimes der arabischen und iranischen Bourgeoisien im Mittleren Osten, die im Krieg gegen den Irak “neutral” geblieben sind und sich geweigert haben, gegen die imperialistische Militärkoalition eine Koalition aller unterdrückten Nationen des Mittleren Ostens zu bilden, Waffen, Ausrüstung und Lebensmittel zu schicken und ihre Armeen im Irak gegen den Imperialismus kämpfen zu lassen.

[7] Wir verurteilen die palästinensische Bourgeoisie und ihre politische Führung, die PLO Arafats, die den revolutionären Kampf des palästinensischen Volkes verraten und vor dem Imperialismus, vor dem “Zwei-Staaten-Plan” der UNO und dem Zionismus kapituliert hat. Die palästinensische Bourgeoisie möchte im Tausch für das Blut des geschundenen Volkes als Agentin des Imperialismus einen Pseudo-Staat verwalten. Wir erklären allen verräterischen Führungen und Renegaten des Trotzkismus den Krieg, die den zionistischen Staat Israel und die konterrevolutionäre Politik der “zwei Staaten” der UNO und der Imperialisten unterstützen. Wir kämpfen für die Zerschlagung des Staates Israel und für einen weltlichen, demokratischen und nicht-rassistischen palästinensischen Staat, für eine Arbeiter/innen- und Bäuerinnenregierung mit der Perspektive einer Föderation der Sozialistischen Republiken des Mittleren Ostens.

[8] Wir verurteilen Chavez und seine bürgerliche bolivarische Bewegung, die den antiimperialistischen Kampf des venezolanischen Volkes opfert. Am Verhandlungstisch mit den USA, Regierungen wie jener Lulas und “Botschaftern der Demokratie” wie Carter und Alfonsín hat Chávez eine Übereinkunft unterzeichnet, mit der er vor der putschistischen und imperialistischen Reaktion kapituliert hat und Zugeständnisse gemacht hat, welche diese bei ihren beiden konterrevolutionären Unternehmungen auf der Straße nicht durchsetzen konnte. Wir verurteilen gleichermaßen die Gewerkschaftsführung der COB in Bolivien, Quispe und Morales – allesamt Mitglieder des Weltsozialforums -, die der Mörderregierung Sánchez de Lozadas eine Atempause gewährt haben und die Arbeiter/innen/klasse und die Bäuerinnen daran gehindert haben, die Erhebung vom Februar zum Sieg zu führen. In Kolumbien haben seit Jahren die Waffenpausen und Übereinkommen der FARC mit den aufeinander folgenden Mörderregierungen den Bäuerinnenkrieg isoliert und das städtische Proletariat dem Faschisten der Todesschwadronen ausgeliefert. Gleichzeitig weigert sich stalinistische FARC-Führung, die Ölquellen und auch nur einen Hektar Land in den von ihr kontrollierten Gebieten zu enteignen. Nieder mit den Waffenruhen und Übereinkommen! Für die Unabhängigkeit der Arbeiter/innen/organisationen gegenüber den Regimes, Regierungen und der Kompadorenbourgeoisie! Nur diese Orientierung ermöglicht den Aufbau einer lateinamerikanischen Arbeiter/innen- und Bäuerinnenbewegung, die, vereint mit ihren nordamerikanischen Klassenbrüdern und -schwestern, für das Ende der Versklavung und des Elends im “Hinterhof” des amerikanischen Imperialismus kämpft. Einzig und allein die Arbeiter/innen/klasse an der Spitze der ausgebeuteten Massen und der unterdrückten Nationen kann die lateinamerikanischen Nationen vom imperialistischen Joch befreien, indem sie die Bourgeoisie stürzt, Arbeiter/innen und Bäuerinnenregierungen errichtet und den Weg für die Vereinigten Sozialistischen von Lateinamerika frei macht. Yankee-Imperialsten, raus aus Kuba, Kolumbien, Porto Rico, Ecuador, Bolivien und ganz Lateinamerika! Raus mit dem europäischen imperialistischen Mächten, die die Völker Lateinamerikas ausplündern und ausbluten! Englische Imperialisten, raus aus den Malwinen! Für die Föderation der Sozialistischen Republiken Lateinamerikas!

[9] Wir rufen die russische Arbeiter/innen/klasse auf, wieder den Weg der roten Arbeiter/innen, Soldaten und Bäuerinnen zu beschreiten, die im Oktober 1917 die erste siegreiche sozialistische Arbeiter/innen/republik geschaffen haben. Der Kampf für die Wiedererrichtung der revolutionären Diktaturen des Proletariats auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR ist auch eine Aufgabe des europäischen und des Weltproletariats. Wir verurteilen Kim Song Il in Nordkorea, Fidel Castro und die restaurationistische Bürokratie Kubas, die neue restaurationistische Bürokratie Chinas, welche die reaktionäre und arbeiter/innen/feindliche Pseudo-Theorie des “Marktsozialismus” übernommen haben, wie die brutale Ausbeutung der chinesischen Arbeiter/innen/klasse und die voranschreitenden restaurationistischen Maßnahmen in Kuba zeigen. Gleichzeitig verteidigen wir diese noch bestehenden bürokratischen Arbeiter/innen/staaten bedingungslos gegen den Imperialismus; wir kämpfen für die Errichtung von Arbeiter/innen- und Bäuerinnenräten und für den Sturz der restaurationistischen Bürokratien, die die Wiedererrichtung des Kapitalismus in diesen Staaten vorbereiten.

[10] Wir erklären allen Führungen den Krieg, die als Flankendeckung der Bourgeoisie fungieren, ihrer Politik der Klassenzusammenarbeit und ihren Volksfront-Koalitionen. Die Geschichte hat wieder und wieder gezeigt, dass der Weg der Klassenversöhnung zwischen Kapitalist/innen und Arbeiter/innen der Weg der Niederlage und des Massakers an den Massen ist. Jede Verbesserung des Schicksals des Weltproletariats und insbesonders die Emanzipation einer ausgebeuteten Klasse kann niemals durch die Unterordnung unter egal auch welche Fraktion der Ausbeuter/innen erreicht werden.

[11] Wir verurteilen die Lakai/innen der UNO, inklusive der Mehrheit der Renegat/inn/en des Trotzkismus, die einen Kniefall vor ihr machen und damit ihrer neuen stalinistischen Führerin Gladys Martin aus Chile, Generalsekräterin der Konferenz der Kommunistischen Parteien Lateinamerikas, die zweimal im Jahr zusammentritt, folgen. Diese Parteien handeln in Verbindung mit Fidel Castro, der 1973 einer der Totengräber der chilenischen Revolution war, der in den 1980er Jahren die mittelamerikanischen Revolution beerdigt hat und heute nach Argentinien reist, um Kirchner zu stützen und versucht, die Revolution zu liquidieren. Fidel Castro und seine Sprecherin Gladys Martin, Teilnehmer/innen des Weltsozialformus, haben erklärt, dass “Eine andere Welt möglich [ist]” … ohne die Kapitalist/innen zu enteignen, unter Beibehaltung der Ausbeutung der Arbeiter/innen/klasse, durch Appelle zu einer “Neuverteilung des Reichtums” wie vulgäre liberale Demokrat/inn/en. Sie geben vor, dass die UNO, diese imperialistische Räuberhöhle, die dem ersten Krieg gegen den Irak und der folgenden mörderische Wirtschaftsblockade zugestimmt hat, diese “andere Welt” hervorbringen kann. Die gleiche UNO, die jetzt versucht im Irak Fuß zu fassen, um die Interessen der französischen und deutschen Imperialist/inn/en zu verteidigen, jene UNO, die 1948 die Besetzung Palästinas und die Schaffung des Staates Israel abgesegnet hat und heute mit dem Zwei-Staaten-Plan das Massaker an den Palästinenser/inne/n unterstützt. Jene UNO, die 1950 den Krieg gegen Korea vorangetrieben und unterstützt hat. Und so weiter…

[12] Wir erklären – wie die argentinische Revolution gezeigt hat -, dass die Achse jedes revolutionären Programms in einer revolutionären oder vorrevolutionären Situation die Entwicklung, Ausweitung, Zentralisierung und Bewaffnung der der direkt-demokratischen, selbständigen Organismen der Massen ist, wie: Der Volksversammlungen, der besetzten Fabriken, der internen Kommissionen, die den Gewerkschaftsbürokratien entrissen werden konnten, der Piquetero-Bewegung, welche die Tendenz der Massen zur Errichtung der Doppelmacht ausdrückten. Wer beim Beginn einer Revolution nicht um die Macht und die Perspektive der Diktatur des Proletariats kämpft, ist ein Diener des bürgerlichen Staates. Daher haben wir die Losung aufgegriffen, der mit Dezember 2002 entstanden ist: “Für eine Regierung der 3. Nationalen Versammlung der Arbeiter/innen und der Arbeitslosen, für Asambleas Populares und ihre Selbstverteidigungsorgane!”

[13] Wir rufen offen dazu auf, den Pazifismus zu bekämpfen, die das Bewusstsein der Arbeiter/innen/klasse vergiftet. Gleichzeitig lehnen wir die kleinbürgerliche Politik des individuellen Terrors ab, die die Massen in einem fruchtlosen Kampf isoliert und sie unbewaffnet lässt. Die Erhebung der Arbeiter/innen/klasse und der Bäuerinnen Boliviens im Februar 2003 unter dem Ruf: “Fusil, metralla, Bolivia no se calla!” (“Gewehre, Maschinengewehre – Bolivien schweigt nicht!”) weist den Weg zur Bewaffnung des Proletariats. Es sind die bürgerlichen und konterrevolutionären Führungen, die die Bewaffnung des Proletariats, die Schaffung von Arbeiter/innen/milizen und die Zerstörung der Offizierskaste und der Berufsarmeen der Bourgeoisie verhindern. In Palästina verhindern Arafat und die bürgerliche Führung der PLO gemeinsam mit Hamas und Hisbollah die allgemeine Bewaffnung des palästinensischen Volkes und liefern es so den Massakern Sharons und seiner völkermörderischen Armee aus. Wir verteidigen alle anti-imperialistischen Kämpfer/innen gegen die Repression und fordern bedingungslos die Freilassung aller anti-imperialistischen Gefangenen in aller Welt.

[14] Wir bekämpfen überall alle Schattierungen von Bürokratien der Arbeiter/innen/organisationen, die vom Großkapital gekauft sind, die vom Staat korrumpierten nationalistischen, sozialdemokratischen und stalinistischen Gewerkschaftsbürokra-tien, welche die Arbeiter/innen ihren eigenen Interessen und jenen der Bourgeoisie und des Imperialismus unterordnen. Wir bekämpfen die neue Bürokratie der Piquetero-Organisationen und der argentinischen Arbeiter/innen/klasse, welche die von der Bourgeoisie gewährten Brosamen verwalten und gemeinsam mit der Gewerkschaftsbürokratie den Schulterschluss zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen verhindern und die Reihen der Arbeiter/innen spalten. Die Gewerkschaften sind zur Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter/innen entstanden. Aber im Lauf von Jahrzehnten wurden sie von der Gewerkschaftsbürokratie, deren Basis die Arbeiter/innen/aristokratie ist, in Apparate der Unterordnung der Arbeiter/innen unter die Bourgeoisie und ihren Staat zum Nutzen eben dieser Bürokratie und der wachsenden Verarmung der Arbeiter/innen/klasse verwandelt. Die Trotzkist/inn/en kämpfen in den Gewerkschaften für die Eliminierung der Bürokratie, die Herstellung der Arbeiter/innen/demokratie; wir bekräftigen, dass dieser Kampf nicht möglich ist, ohne für die völlige Unabhängigkeit der Arbeiter/innen/organisationen vom bürgerlichen Staat zu kämpfen, der sie integriert und korrumpiert. Wir kämpfen dafür, die Arbeiter/innen/demokratie durch Fabrikskomitees und Streikkomitees herzustellen und die Gewerkschaftsführungen dadurch zu erneuern, indem wir in kritischen Momenten kämpferische Führer/innen vorschlagen und damit eine revolutionäre Führung der Gewerkschaften durchsetzen.

[15] Wir erklären, dass kein Volk, das ein anderes unterdrückt, sich selbst befreien wird können. Die imperialistischen Bourgeoisien über gegen die Reste ihrer Imperien (Puerto Rico, Nordirland, Martinique, Gouadeloupe, Neu-Kaledonien…) eine koloniale Unterdrückung aus und besetzen neuerlich dominierte Länder (Bosnien, Afghanistan, Irak…). Wir treten für die Unabhängigkeit aller Protektorate und aller Kolonien ein. Zahlreiche Völker werden mit Gewalt in bürgerlichen Staaten in der Hand herrschender Völker eingekerkert (Bask/inn/en, Kurd/inn/en, Kabyl/inn/en, Tamil/inn/en…). Wir stehen kategorisch auf Seiten der unterdrückten und angegriffenen tschetschenischen Nation, gegen den Völkermord der weißen Truppen Putins und der russischen Bourgeoisie, dieser Agenten des Imperialismus. Wir verteidigen das nationale Selbstbestimmungsrecht der Völker, bis hin zur Loslösung, wenn sie das wünschen. Keinesfalls passen wir uns an den bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Nationalismus an. Nur die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der unterdrückten Völker sichert die Einheit des Proletariats. Aus der gleichen Überlegung sprechen wir uns für die Reise- und Niederlassungsfreiheit der Arbeiter/innen aus, für die völlige Gleichheit der Rechte der Proletarier/innen.

[16] Wir bekräftigen die Gültigkeit des Leninismus und des Trotzkismus, des Programms der IV. Internationale als Aktualisierung und Kontinuität der III. Internationale Lenins und Trotzkis, der Schule der revolutionären Strategie. Mit dieser strategischen Perspektive rufen wir alle Strömungen die beanspruchen, für die Interessen der Arbeiter/innen/klasse zu kämpfen dazu auf, mit der Bourgeoisie zu brechen und den Kampf um die Macht, gestützt auf Organismen der Selbstorganisation und der Bewaffnung der Massen, aufzunehmen. Im Verlauf dieses Kampfes sind wir bereit, die Einheitsfront und die Aktionseinheit mit jeder Arbeiter/innen/strömung einzugehen, die bereit ist, einen Schritt vorwärts für unsere Klasse zu setzen. Aber, wie Lenin formulierte, wenn wir auch bereit sind, vereint zu schlagen, marschieren wir dennoch getrennt: Vorher, während und nachher verzichten wir nicht auf die Kritik an den reformistischen Führungen, die gezwungen sind, ihre luxuriösen Büros zu verlassen und sich an die Spitze der Massenaktion zu stellen.

[17] Der sozialdemokratische oder stalinistische Reformismus vergiftet die Arbeiter/innen mit seinen Behauptungen über eine Reformierbarkeit des kapitalistischen Staates. Vermittels der politischen und gewerkschaftlichen Apparate dient er den Plänen der Bourgeoisie, verbündet sich mit ihr im Namen einer “partizipativen Demokratie” oder einer “Bürger-Demokratie” und verwaltet ihren Staat, um die proletarische Revolution zu verhindern. Sozialdemokraten und Stalinisten sind vom kapitalistischen Feind gekauft.

[18] Der pesudo-trotzkistische Zentrismus hat fünfzig Jahre von der Revolution geschwätzt, während er sich in der Praxis den reformistischen Apparaten unterworfen hat. Die pablistische “IV. Internationale” – Vereiniges Sekertariat, die lambertistische “IV.Internationale” – Internationale Arbeiter/innen/vereinigung, die morenistische LIT – Internationale Arbeiter/innen/liga, die hardyistische UCI-LO (Internationale Kommunistische Union – Lutte Ouvrière), die cliffistische IST (Internationalistische Sozialistische Tendenz), das CWI (Komitee für die Arbeiter/innen/internationale) oder die grantistischen “Militats”, die altamiristische MRQI (Bewegung für die IV. Internationale), etc. verkörpern die Unterordnung und sogar den Übergang des Großteils von ihnen in das Lager des Reformismus.

[19] Die Sozialdemokratie, der Stalinismus und die Gewerkschaftsbürokratien haben die elementarsten Prinzipien und Klassenmoral geopfert. Die Zentrist/inn/en, Revisionist/inn/en und Liquidator/inn/en der IV. Internationale folgen ihnen auf diesem Weg. Die Arbeiter/innen dürsten nach Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit, Ergebenheit, nach der größtmöglichen Arbeiter/innen/demokratie. Um diskutieren, wählen und handeln zu können, müssen die Arbeiter/innen und die Jugend die Arbeiter/innen/organisationen von jenen Methoden säubern, welche die Führungen eingeführt haben, um politische Differenzen durch Verleumdungen, Amalgame und physische Gewalt zu unterdrücken.

[20] Wir bekräftigen, dass das 21. Jahrhundert so beginnt, wie das 20. geendet hat, als eine Epoche der Krisen, der Kriege und Revolutionen und damit alle Wesensmerkmale des sich zersetzenden Kapitalismus zeigt. Gegenüber allen Revisionist/inn/en des Trotzkismus, die den Massen die Verantwortung für die erlittenen Niederlagen aufbürden und von ihren eigenen Kapitulationen und Verrätereien ablenken wollen indem sie behaupten, das Problem sei die “subjektive Krise” der Massen, ihr “rückständiges Bewusstsein”, streichen wir heraus, dass der Beginn des 21. Jahrhunderts die zentrale Prämisse des Programms der IV. Internationale bestätigt: Ohne soziale Revolution in der nächsten geschichtlichen Periode ist die gesamte menschliche Zivilisation von einer Katastrophe bedroht. Alles hängt jetzt vom Proletariat, das heißt, von seiner revolutionären Vorhut, ab. Die historische Krise der Menschheit reduziert sich auf die Krise der revolutionären Führung.

[21] Die Teilnehmer/innen an der Internationalen Konferenz bekräftigen die Notwendigkeit für die revolutionären und internationalistischen Kerne, ausgehend von den Kräften, die aus dem Massenkampf hervorgehen, Revolutionäre Arbeiter/innen/parteien und die Weltpartei der sozialistischen Revolution aufzubauen. Mit solchen Organisationen kann die proletarische Erhebung gewinnen, kann die Weltrevolution siegen und sich der Sozialismus entwickeln.