Überschwemmungen und Profitgier

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Zwei Jahrhunderthochwasser-Katastrophen in elf Jahren?

Die Pyramide der Ausbeutung
Die Pyramide der Ausbeutung

Im Jahr 2002 wurden große Teile Mitteleuropas überschwemmt. Die Medien betitelten dieses Ereignis als „Jahrhunderthochwasser“, doch bereits ein kurzer Blick auf die aktuellen Ereignisse straft diesen Ausdruck lügen. Wieder treten Flüsse über ihre Ufer und überschwemmen Dörfer und Städte. Wieder richten Wassermassen verheerende Schäden an. Wieder vernichten sie ganze Landstriche und Existenzen. Doch es ist nicht nur eine Laune der Natur, die wir hier zu spüren bekommen.

Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien („ZAMG“), stellt in einem Interview mit dem österr. Rundfunk fest, dass Naturkatastrophen dieser Art in Zukunft öfter zu erwarten sind. Die Klimadynamiken hätten sich geändert, hält er fest – und das sei eine Folge der Umweltverschmutzung.

Folgen wie jene der Luftverschmutzung, die durch die rücksichtslose, ressourcen- und umweltschädigende kapitalistische Produktionsweise hervorgerufen werden. Wo Profitgier über Nachhaltigkeit und Konsum über menschlichem Wohlbefinden steht, entstehen Kollateralschäden dieser Art. Verantwortliche aus Wirtschaft und Politik, Kapitalisten und ihre Handlanger, übernehmen weder Verantwortung noch Kosten. Im Gegenteil!
 Ein aus Mitteln der von Arbeitenden zu entrichtenden Lohnsteuer großzügig mitfinanzierter „Katastrophenfonds“ soll letztere decken – und mehr! So werden Hochwasser-Schutzmaßnahmen gleich dazu verwendet weitere Grundstücke zur baulichen Benutzung (durch finanzstarke Unternehmen?) frei zu geben. Die durch die Rücksichtslosigkeit der Produktionsweise notwendig gewordenen Geräteanschaffungen steigern den Profit großer Maschinenbauer. Und letztlich dienen sie als Rampenlicht, in das sich lokale Erhalter des den Kapitalismus stützenden bürgerlichen Staates stellen können, wenn sie sich medienwirksam als Retter (ohne Sandsack und Spaten) darstellen wollen.
 Das Leid der Arbeitenden darf nicht zum Profit der Kapitalisten werden! Wir wollen nicht für deren Fehler zahlen!
Ein Kommentar von A. Bobrow