Flugblatt zum Naziüberfall auf das Lokal von ATIGF

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Selbstverteidigung gegen Nazis organisieren!

Einheitsfront gegen die braune Brut!

Der Überfall von Nazi-Hooligans auf das Lokal der ATIGF ist eine neue Qualität faschistischer Aktionen in Wien: zum ersten Mal seit Jahren hat eine organisierte Gruppe von mehreren Dutzend Nazis versucht, den Versammlungsraum einer ArbeiterInnen-Organisation zu stürmen.

Dass sich die Nazis, die sich unter dem Deckmantel eines Fußballfanclubs („Unsterblich Wien“) zusammengeschlossen haben, ausgerechnet das Lokal der ATIGF ausgesucht haben, ist kein Zufall: Der Hass gegen „ausländische ArbeiterInnen“ (mögen diese schon längst die österreichische Staatsbürgerschaft haben oder nicht), gepaart mit ihrem Hass gegen die organisierte ArbeiterInnenbewegung insgesamt erklärt die Wahl des „Angriffsziels“. Weiters zeigt sich einmal mehr, dass Politik in allen Lebensbereichen des Lebens stattfindet – so eben auch im Sport. Die jahrelangen Probleme des FK Austria Wien mit ihrem faschistischen Fanclub “Unsterblich Wien” sind das Spiegelbild für den Umgang mit faschistischen Umtrieben in anderen Bereichen: Weder Aberkennungen des Titels “offizieller Fanclub” noch Stadionverbote bzw. Verbotsgesetz sind ausreichend im Kampf gegen den Faschismus. Dazu bedarf es der Selbstreinigungskraft der Fankurve bzw. der antifaschistischen Mobilisierung der ArbeiterInnenbewegung.

Wir gratulieren den GenossInnen und Genossen der ATIGF und der AK-Fraktion KOMINTERN, dass sie den Angriff der Nazibande zurück schlagen konnten.

Nach den Nationalratswahlen vom 29. September, der eine deutliche Stärkung der reaktionären Parteien gebracht hat, preschen nun organisierte Nazibanden vor, um sich den Reichen und den Unternehmerverbänden, deren Sprache immer aggressiver wird, als Schlägergarden anzudienen.

Auch wenn die Krise bei uns noch nicht voll durchgeschlagen hat, werden die Angriffe der nächsten Regierung auf Pensionen, Löhne, soziale Errungenschaften und die Anhebung der Massensteuern die arbeitenden Menschen hart treffen.

In Griechenland sehen wir, wie unter diesen Bedingungen Nazibanden unter den von der Krise geschüttelten und verarmenden Kleinbürgern,aber auch verzweifelten Arbeitslosen und politisch rückständigen Arbeiterschichten Fuss fassen und Arm in Arm mit der faschistisch durchsetzten Polizei Jagd auf MigrantInnen, Gewerkschafterinnen und Aktivistinnen der ArbeiterInnenaprteien machen. Gleichzeitig versuchen die Nazis des „Goldenen Morgengrauens“, sich als „soziale Bewegung für die Interessen des kleinen Mannes“ zu präsentieren – ein Modell, das in Deutschland die NPD und die gewalttätigen „autonomen Nationalisten“ verfolgen, das aber zum mittlerweile üblichen Instrumentarium der populistischen Reaktionäre vom Schlag der FPÖ gehört.
Die ersten Erklärungen der Polizeisprecher nach Bekanntwerden des Überfalls auf das ATIGF – Lokal zeigen, was vom bürgerlichen Staatsapparat und seinen „Ordnungshütern“ zu halten ist: Man werde einen „politischen Hintergrund“ prüfen. Vermutlich handelt es sich bei den Angreifern wieder einmal um 40 Einzeltäter, die zufällig gemeinsam in eine „b’soffene G’schicht“ hineingetaumelt sind…

Die Arbeiterorganisationen – und wir wenden und hier bewusst auch an Gewerkschaften und die SPÖ und ihre Unterorganiusationen – müssen jetzt entschieden und konsequent gegen faschistische Übergriffe vorgehen, ohne sich auf den „Schutz“ durch die Polizei zu verlassen. Die SPÖ-Mitglieder werden es bitter bereuen, wenn ihre Parteiführung – so wie heuer am 1.Mai – tatenlos zusieht, wenn sich Faschisten und Monarchisten in ihre Aufmärsche hineinmischen können.

Für organisierte Selbstverteidigung unserer Veranstaltungen, Infostände und Demonstrationen!

Die Faschisten sind der Feind der gesamten Arbeiterklasse – antworten wir gemeinsam auf ihre Attacken!

Aktionseinheit aller Arbeiterorganisationen gegen die Nazis!